Virtuelles Museum rund um den Kristall geht online

25. September 2003, 10:40
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Neue Technologie für "Wissensraum zwischen Enzyklopädie und Internet"

Eine neue Interpretation von Museum stellte am Donnerstag das Team von "thechristalweb" im Leopold Museum vor. Rund um den Kristall drehen sich die 1800 Exponate, 350 biografischen Daten und 350 übergeordneten Themen, die ab sofort online auf www.crystalweb.org sein sollen. Vom 19. bis 22. September gibt es das virtuelle Museum auch als interaktive Installation im Atrium des Leopold Museums "zum Angreifen". Ebenfalls heute startet das Leopold Museum mit Installationen und Videos von Thomas Feuerstein eine neue Schiene für zeitgenössische Kunst.

"Wissensraum zwischen Enzyklopädie und Internet"

Ein "Wissensraum zwischen Enzyklopädie und Internet" ist laut Wolfgang Pauser, von dem die Idee zum "christalweb" stammte, seit Beginn des Projekts vor zwei Jahren entstanden. Unter http://www.thecrystalweb.org kann über ein so genanntes "Liquid-Infospace" anhand selbst gewählter Assoziationsketten im rein virtuellen Museum gesurft werden. Der Kristall in verschiedenen Fachbereichen von Musik über Architektur, Literatur und bildender Kunst bis zu Naturwissenschaft und Popkultur steht im Zentrum der vielschichtigen Plattform. "Nicht punktuelle Information, sondern Kontextualisierung des Wissens" sei das Ziel der von einer Redaktion betreuten Artikel, erläuterte Projektleiterin Sandra Manhartseder. Daher wird auch nicht auf Internet-übliche Weise gesucht, die "Suche"-Funktion fehlt auf der Seite.

5000 weitere Exponate

Getragen wird "thechristalweb" vom gemeinnützigen Verein Polygon, Hauptsponsor ist die Firma D. Swarovski & Co. In der Zukunft soll der Bestand erweitert werden, im Archiv sind bereits 5000 weitere Exponate vorhanden. Während der Langen Nacht der Museen (20. September) zeigt eine zwölf mal neun Meter große Außenprojektionen auf der Fassade des Leopold Museums das virtuelle Museum, das von Besuchern der Installation im Haus über vernetzte Touchscreens begangen werden kann.

Das Ausstellungsprofil des Leopold Museums soll laut Chefkuratorin Romana Schuler durch eine neue Schiene zeitgenössischer Kunst ergänzt werden. Den Anfang machen Installationen und Videos des 1968 in Innsbruck geborenen Künstlers und Kunstgeschichtlers Thomas Feuerstein. Unter dem Titel "fiat::radikale individuen - soziale genossen" bevölkerte Feuerstein einen Raum im zweiten Untergeschoss mit einer Kristallleuchter-Qualle und einem rotäugigen Stiermenschen. Ein "fiat"-Schriftzug aus lebenden Zellen, mit Nährstoffen und einem Luftgemisch versorgt und auf Körpertemperatur gehalten, leuchtet an der Wand. Feuerstein: "Die Ausstellung ist ein Trailer für Diskurse und Inhalte. Der eigentliche Film beginnt, wenn man das Museum verlässt."(APA)

Link

www.crystalweb.org

"thecrystalweb" - Virtuelles Museum, Eröffnung am 18. September. "fiat::radikale individuen - soziale genossen" Installationen und Videos von Thomas Feuerstein vom 19. September bis 31. Oktober im Leopold Museum. Eröffnung: 18. September, 19 Uhr. Eröffnungs-Event: DJ-Line mit Christoph Hinterhuber, ab 22 Uhr im Cafe Leopold. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Triton Verlag, ISBN 3-85486-182-6)

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