US-Börsenaufsicht will Millionenzahlung an Messier stoppen

25. September 2003, 10:33
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Früherer Vivendi-Chef beharrt auf seiner Abfindung

Die US-Börsenaufsicht SEC will die vorgesehene Abfindung an den früheren Chef des französisch-amerikanischen Mischkonzerns Vivendi Universal, Jean-Marie Messier, in Höhe von 20,6 Mio. Euro stoppen. Die SEC richtete am Dienstag einen entsprechenden Antrag an das New Yorker Bundesgericht, das Messier am Vortag eine Abfindung in dieser Höhe zugesprochen hatte. Die Behörde verlangte, dass Vivendi das Geld auf einem Sperrkonto platziert, das wiederum der Aufsicht des Gerichts unterliegen soll.

In ihrem Antrag berief sich die SEC auf eine neue Gesetzgebung, wonach sie "vorübergehend" die Auszahlung solcher Abfindungen stoppen kann, während sie mögliche Verstöße gegen das Börsengesetz untersucht. Vivendi hatte selbst am Montag angekündigt, das Unternehmen werde "sämtliche ihm zur Verfügung stehende Rechtsmittel" einlegen, um die Auszahlung zu vermeiden und in Berufung zu gehen. Die Pariser Börsenaufsicht hatte die Auszahlung der Millionensumme wegen der dramatischen finanziellen Schieflage des Konzerns Mitte August verweigert.

Messier hatte das New Yorker Gericht angerufen, nachdem ihm zuvor bereits ein US-Schiedsgericht Recht gegeben hatte. Vivendi wiederum hatte vorsorglich bereits vor dem Urteil des Bundesgerichts eine Schadenersatzklage von 23 Millionen Euro gegen Messier eingereicht. Dieser sagte der französischen Zeitung "Les Echos" (Dienstagsausgabe), er beharre auf seiner Abfindung und verlange von Vivendi "Respekt". Den Streit fortzusetzen, sei dem Unternehmen nicht zuträglich. (APA)

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