Schlechter schlafen ab 68.700 Euro

22. September 2003, 20:59
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Die "Schulden-Schmerzgrenze" der Österreicher ist in den letzten Jahren dramatisch angestiegen - mit Umfrage

Linz - Die "Schmerzgrenze" für die eigenen Schulden liegt für Herrn und Frau Österreicher bei 68.700 Euro. Steht man einmal mit diesem oder einem höheren Betrag in der Kreide, so raubt das den ruhigen Schlaf. In den vergangenen Jahren sind die Bewohner der Alpenrepublik, was das "Minus" auf dem Konto anlangt, deutlich "großzügiger" geworden. Dies ergab eine am Donnerstag veröffentlichte Umfrage des Linzer Meinungsforschungsinstituts Imas.

Befragt wurde im Juni und Juli des heurigen Jahres ein repräsentativer Querschnitt von 1.000 Österreicherinnen und Österreichern ab 16. Jahren. Die Frage lautete: "Was wären für Sie eigentlich Schulden, bei denen Sie sagen würden: wenn ich soviel Schulden hätte, könnte ich nicht mehr ruhig schlafen? Welcher Betrag an Schulden würde Sie beunruhigen?"

Männer haben stärkere Nerven

Dabei ergab sich, dass für die Bevölkerung insgesamt ein Betrag von 68.700 Euro das Limit ist, ab dem man nicht mehr gut schläft. Die Männer allerdings müssen schon 86.800 Euro Schulden haben, um unruhig zu werden, bei den Frauen genügen 52.000 Euro.

Die Österreicherinnen und Österreicher unter 30 Jahren nennen ebenfalls rund 68.500 Euro als ihre Schmerzgrenze. Die 30- bis 50-Jährigen hingegen schlafen erst ab 90.000 Euro schlechter. Die Generation der Über-50-Jährigen beginnt ab 45.500 Euro Schulden nervös zu werden.

Hoher Unterschied zu 1999

Imas verglich die jetzigen Ergebnisse mit einer ähnlichen Befragung im Jahr 1999. Damals lag die Schulden-Schmerzgrenze der österreichischen Bevölkerung insgesamt - nach heutiger Währung - bei nur 42.000 Euro. Dazu Imas-Chef Andreas Kirschhofer:

"Der Unterschied zu 1999 überrascht in seinem Ausmaß und lässt vermuten, dass bei der abrupten Verlagerung der Schulden-Schmerzgrenze nach oben eine finanz-optische Täuschung und ein noch zu geringes Wertgefühl für den Euro im Spiel war. Sehr wahrscheinlich ist der Bevölkerung noch nicht ausreichend bewusst, dass eine klein erscheinende Euro-Angabe in Wirklichkeit einem hohen Schilling-Betrag entspricht. Aus diesem Grund besteht die Gefahr, dass manche Menschen bei ihrem Geldverhalten in eine Falle tappen, indem sie den Wert des Euro immer noch unterschätzen".(APA)

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    Die persönliche "Schulden-Toleranz" ist größer geworden, was aber auch daran liegt, dass viele nicht mit dem Euro zurechtkommen

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