ADSL noch nicht ausgereift?

11. Jänner 2000, 09:58

UTA skeptisch - Anbieter sieht Klage gegen "Internet for free" gelassen

Wien - Der private Festnetzanbieter UTA beurteilt die neue Übertragungstechnik ADSL (Asymmetric Digital Subscriber Line) skeptisch. "Prinzipiell ist ADSL wie ISDN eine gute Technik, doch kenne ich persönlich keinen Haushalt, der über einen solchen Zugang verfügt", meinte UTA-Pressesprecher Klaus Puchleitner im Gespräch mit pressetext.austria. ADSL werde zwar mit einer tollen Werbung angeboten, de facto aber sei es noch nirgends realisiert worden. Erst in zwei bis drei Jahren werde diese Technik ihren Durchbruch schaffen. Die laufenden Klage gegen das Angebot "Internet for free" sieht Puchleitner gelassen und erwartet deren baldige Einstellung.

Positives Ende

Das Verfahren läuft zwar weiter, die UTA erwartet aber ein für das Unternehmen positives Ende, da bereits der einstweiligen Verfügung, die zehn Internetprovider gegen "Internet for free" anstrebten, vom Gericht nicht statt gegeben wurde. Die Provider argumentieren, dass der UTA-Internetzugang eine Gratiszugabe zum Telefonoffert sei und somit mit dem Wettbewerbsrecht nicht vereinbar sei. "Das stimmt nicht," so Puchleitner, "jeder Dienst kann für sich alleine bestellt werden." Da mittlerweile auch andere alternative Telekomanbieter einen Internetzugang anbieten (die Klage richtet sich weiterhin nur gegen die UTA), rechnet Puchleitner, dass sie ohnehin demnächst eingestellt wird. "Es ist absurd, gegen eine Gratisdienstleistung zu klagen. Die Provider sollten lieber nicht in Gerichtsverfahren investieren, sondern in ihr Service."

Gespräche

Nach der Senkung der Zusammenschaltungsentgelte für Gespräche vom Festnetz ins Netz des Mobilfunkbetreibers mobilkom sind derzeit Gespräche mit max.mobil im Gang. Puchleitner ist zuversichtlich, dass diese zu einem positiven Abschluss kommen. Sollte dies nicht gelingen, dann werde die Telekom Control zu entscheiden haben.

Über die Bilanz des vergangenen Geschäftsjahres zeigte sich Puchleitner erfreut, da man mit 120.000 Telefonie- und 60.000 Internetkunden bei einem Umsatz von 1,1 Mrd. Schilling die gesteckten Ziel übertreffen konnte. 2000 möchte man den Umsatz verdoppeln. (pte/rk)

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