100 Aktivisten nach Zeitungsverbot in Simbabwe festgenommen

18. September 2003, 20:52
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"Daily News" beugt sich jetzt doch dem Mediengesetz

Nach Protesten gegen das Verbot der einzigen unabhängigen Zeitung Simbabwes hat die Polizei am Mittwoch rund 100 Demonstranten und drei Journalisten festgenommen. Am zweiten Tag in Folge transportierte die Polizei Computer und Arbeitsgeräte aus dem Büro der "Daily News" ab. Die Zeitung war am vergangenen Wochenende wegen Verstoßes gegen die strengen Mediengesetze des Landes verboten worden.

Eine Anwältin der Verlagsgruppe der "Daily News" erklärte, die Polizei habe noch immer keinen Durchsuchungsbefehl für das Redaktionsgebäude. Bereits am Dienstag wurden zwei Fotografen, die für die Zeitung arbeiteten, verhaftet, als sie versuchten, das Büro zu betreten. Sie seien erst nach Stunden wieder freigelassen worden.

Pressegesetz mache eine freie Berichterstattung unmöglich

Am Montag beugte sich die "Daily News" dem Pressegesetz der Regierung und reichte den vorgesehenen Lizenzantrag bei der staatlichen Medienkommission ein. Bis zum Verbot durch den Obersten Gerichtshof am Samstag hatte sie diesen Schritt mit der Begründung verweigert, das Pressegesetz mache eine freie Berichterstattung unmöglich. Bis zur Entscheidung der Kommission will die Zeitung mit einer Eilgenehmigung des Obersten Gerichtshofs ihren Betrieb vorerst aufrechterhalten, wie Vorstand Sam Sipepa Nkomo erklärte. Seit ihrer Gründung vor vier Jahren galt die "Daily News" als Sprachrohr für Kritiker der 23-jährigen Herrschaft von Präsident Robert Mugabe. (APA/AP)

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