66 Millionen gewonnen, aber Lottoschein fehlt

18. September 2003, 21:36
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Fünf Freunde pflegten jede Woche gemeinsam im Lotto zu setzen - nach Rekordgewinn sind die Anwälte eingeschaltet

Rom - Wer hat vor einem Monat im italienischen Lotto die Rekordsumme von 66 Millionen Euro gewonnen? "Wir", behaupten fünf junge Männer aus Lecco bei Mailand. Den passenden Lottoschein allerdings können sie nicht vorweisen. Den habe ihr Freund Christian Dorini für sich behalten.

Der 35-jährige Barkeeper hatte am 12. August in der Bar Corona in Veduggio vier Lottoscheine zu sieben Euro und zwei zu je einem Euro ausgefüllt. Jeder der sechs Männer hatte fünf Euro beigesteuert. Die Freunde pflegten jede Woche gemeinsam im Lotto zu setzen. Die Aufgabe, die Scheine zur Annahmestelle zu bringen, fiel Dorini zu, der in der Nähe der Bar arbeitet.

Aus Freundschaft wird Feindschaft

"Jeden Montag brachte er die Scheine mit und wir kontrollieren, ob wir was gewonnen hatten", erzählen die Freunde. Nicht so am 13. August, als in der Bar Corona der Rekordgewinn getippt wurde. Dorini: "Ich bin sofort in die Bar gegangen und habe die Scheine maschinell überprüfen lassen. Nachdem kein Gewinn dabei war, hat sie der Betreiber weggeworfen."

Aus der Freundschaft ist unterdessen erbitterte Gegnerschaft geworden. Beide Seiten haben zur Wahrung ihrer Ansprüche Anwälte eingeschaltet. Gerüchte und Spekulationen machen die Runde.

Die fünf Freunde haben Christian Dorini in den vergangenen Wochen argwöhnisch beäugt. Sie verweisen darauf, dass er einen einmonatigen Urlaub in Ägypten gebucht habe: "Er hat bisher noch nie Ferien gemacht."

Gewinn liegen gelassen Auch in Florida sind einem Lotto-Spieler 50 Millionen Dollar (44,9 Mio. Euro) entgangen, weil er den Hauptgewinn nicht vor Ablauf der Frist abgeholt hat. 180 Tage lang wäre Zeit gewesen, den schönen Gewinn geltend zu machen. (Reuters, Gerhard Mumelter aus Rom, DERSTANDARD Printausgabe 18.9.2003)

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