Jeder neunte Jugendliche weder in der Schule noch im Job

24. September 2003, 19:39
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OECD-Vergleichsstudie mit überraschendem Ergebnis - Männer in Österreich stärker betroffen als Frauen - "Spitzenplatz" in der OECD

Wien - Überraschend viele Jugendliche in Österreich besuchen weder eine Schule noch haben sie einen Job. Dies zeigt die am Dienstag veröffentlichte OECD-Vergleichsstudie "Bildung auf einen Blick". 11,3 Prozent der 15- bis 19-jährigen Österreicher befanden sich im Jahr 2001 demnach weder in Ausbildung noch waren sie Teil der Erwerbsbevölkerung - damit nimmt Österreich einen "Spitzenplatz" ein und wird dabei nur von der Türkei, Mexiko, der Slowakei und Italien überflügelt. Betroffen sind vor allem junge Männer. Besser schneidet Österreich beim OECD-Vergleich in der Kategorie der 20- bis 24-Jährigen ab.

Für ihre Berechnungen hat die OECD nicht nur die offiziellen Arbeitslosenquoten herangezogen, sondern auch jene Personen berücksichtigt, die nicht aktiv einen Job suchen. Am besten schneiden dabei Dänemark, Frankreich, Island, Irland, Luxemburg, die Niederlande und Norwegen ab, wo verhältnismäßig wenige Jugendliche ohne Ausbildung bzw. Beschäftigung dastehen. Das OECD-Mittel liegt bei 8,6 Prozent.

Insgesamt haben 2001 in Österreich 13,1 Prozent der 15- bis 19-jährigen männlichen Jugendlichen keine Schule oder Uni besucht bzw. nicht gearbeitet. Das OECD-Mittel betrug nur 7,9 Prozent. Staaten wie Frankreich, Dänemark, Island, Deutschland, Irland, Norwegen und die Niederlande lagen zum Zeil klar unter fünf Prozent. Ebenfalls besser als Österreich klassiert sind bei den Männern unter anderem Portugal, Griechenland und Mexiko.

Etwas besser sieht es bei den weiblichen Jugendlichen aus, von denen in Österreich 9,4 Prozent nicht in Ausbildung waren bzw. keinen Job hatten (OECD-Mittel: 9,2 Prozent). Musterländer bei den Frauen sind Island, Finnland, Schweden, Norwegen, die Niederlande, Frankreich, Dänemark, Irland und Polen. Verzerrt wird die Gesamtstatistik von der Türkei und Mexiko, wo 49,7 bzw. 28,3 Prozent der weiblichen Jugendlichen ohne Arbeit waren bzw. nicht im Klassenzimmer oder im Uni-Hörsaal saßen.

Besser schneiden die Österreicher dann in der Kategorie der 20- bis 24-Jährigen ab. Zwar steigt der Anteil der weder in Ausbildung Befindlichen bzw. im Erwerbsleben Stehenden gegenüber der Altersstufe der 15- bis 19-Jährigen auf 12,8 Prozent, dieser bleibt aber deutlich unter dem OECD-Mittelwert (16,3 Prozent).

Verhältnismäßig wenig erwarten sich die österreichischen Jugendlichen auch von ihren künftigen Karriereaussichten. Nur 67 Prozent der 15-Jährigen glauben, dass sie mit 30 Jahren einem hoch qualifizierten Arbeiter- oder Angestelltenberuf nachgehen werden, wie eine weitere OECD-Auswertung zeigt. Der OECD-Mittelwert liegt bei 72,3 Prozent. Dagegen erwarten 33 Prozent der 15-jährigen Österreicher, dass sie mit 30 in einem niedrigqualifizierten Job arbeiten werden, im OECD-Schnitt haben diese pessimistische Erwartung 27,7 Prozent der 15-Jährigen. (APA)

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