Voest bleibt nach Börsengang mehrheitlich in Österreich

22. September 2003, 20:13
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Die neuen Voest-Aktien starteten mit eineinhalb Prozent plus und reger Nachfrage. Mehr als die Hälfte des Unternehmens ist nun in österreichischer Hand, überwiegend in Oberösterreich. Rund 6000 Private haben sich die neuen Stahlaktien gekauft.

Wien - Die Voest-Privatisierung ist in der Nacht zum Freitag über die Bühne gegangen. Von 34,7 Prozent hat die ÖIAG 20 Prozent via Börse und 15 Prozent via Umtauschanleihe verkauft. Die angebotenen knapp acht Mio. Stück Aktien (19,7 Prozent) zum Preis von 32,50 waren mehrfach überzeichnet.

Ausländische Großanleger haben sich mit mehr als einem Drittel des Angebotes den größten Teil des neuen Voest-Kuchens geschnappt. Ein weiteres Drittel ging an heimische Großanleger. 1,5 Mio. Stück waren schon zuvor zum Spezialpreis von 28,3 Euro der Voest-Mitarbeiterstiftung verkauft worden. Damit blieben nicht ganz 1,4 Millionen Stück für Privatanleger.

Mehrheitlich in heimischen Händen

Damit ist der Linzer Stahl-und Verarbeitungskonzern mehrheitlich in heimischen Händen: Der so genannte Österreich-Fonds rund um Raiffeisen-Landesbank-Chef Ludwig Scharinger gibt nunmehr 15,8 Prozent zu Protokoll und verweist auf eine 26-prozentige "Sperrminorität" gemeinsam mit der Voest-Mitarbeiterstiftung (10,2 Prozent). Gemeinsam mit anderen nicht syndizierten Institutionellen, wie Allianz, Bawag, Generali, Wiener Städtische Versicherung und Oberbank ist die 50-Prozent-Anteilsmarke überschritten. Bezieht man die von der ÖIAG begebene 15-prozentige Umtauschanleihe ein, dann dürfen inländischen Aktionären gut 65 Prozent zugerechnet werden. Dazu kommen noch rund 6000 neue Privatanleger.

Sie konnten sich am Freitag über ein 1,5-prozentiges Kursplus auf 33 Euro freuen. Händler sprachen von sehr reger Nachfrage. Trotz riesiger Umsätze dürfte das Papier aber seine Höchststände von vor vier Monaten mit über 37 Euro nicht erreichen können. "Bei knapp 33 ist der Deckel drauf", heißt es im Markt.

Voest-Generaldirektor zeigt sich zufrieden

Die "Zeugnisverteilung" dieses so genannten Secondary Public Offering (SPO), gemanagt von JP Morgan und Erste Bank, ist an der Börse damit sehr gut ausgefallen. Zur Erinnerung: Die Emission war das erste SPO, das ohne Abschlag geprict wurde. 32,50 Euro entspricht genau dem Schlusskurs der Voest vom Mittwoch. Sonst werden neue Aktien fünf Prozent unter dem letzten Schlusskurs verkauft.

Der designierte Voest-Generaldirektor Wolfgang Eder zeigt sich zufrieden: "Unter den gegebenen Rahmenbedingungen ist es eigentlich gut gelaufen. Die Überzeichnung ist ein Zeichen dafür, dass die Investoren an das Unternehmen glauben", sagte Eder zum STANDARD. Anders äußerst sich Alfred Heinzel, Aufsichtsratschef der ÖIAG. Er sei "nicht ganz zufrieden", sagte er. Die ÖIAG hat durch den Aktienverkauf 253 Mio. Euro erlöst, weitere 245 sind via 15-prozentiger Umtauschanleihe in ihre Kassen geflossen. (Karin Bauer, Luise Ungerboeck, Der Standard, Printausgabe, 20.09.2003)

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Kurs der Voest-Aktie

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    montage: derstandard.at
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