"Wir sind Familie" für sichere Rahmenbedingungen

17. September 2003, 13:57
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SPÖ-Plattform fordert Bundesrahmengesetz für Kinderbetreuung, das Recht auf Elternteilzeit und die Gleichstellung homosexueller Lebensgemeinschaften

Wien - Die SPÖ-Plattform "Wir sind Familie" forderte am Mittwoch ein Bundesrahmengesetz für die Kinderbetreuung, das Recht auf Elternteilzeit und die Gleichstellung homosexueller Lebensgemeinschaften. Der Regierung warf die SPÖ-Frauenvorsitzende Prammer vor, sie verwechsle in der Wertedebatte "Familienpolitik mit Bevölkerungspolitik".

Die Plattform, der neben den SPÖ Frauen die Junge Generation, SoHo (Sozialismus & Homosexualität), die Kinderfreunde, der Pensionistenverband und die Volkshilfe angehören, präsentierte in einer Pressekonferenz die Ziele für den Herbst.

Hauptschwerpunkt Kinderbetreuung

Prammer nannte die Kinderbetreuung als Hauptschwerpunkt für die Plattform. Ankündigungen der Bundesregierung, das Recht auf Elternteilzeit einzuführen, wollte Prammer nicht ganz glauben: Das sei bisher schon zwei Mal an der ÖVP gescheitert. Wenn außerdem Unternehmen mit weniger als 20 Angestellten ausgenommen seien, wären damit 75 Prozent der österreichischen Beschäftigten ausgeschlossen.

SPÖ-Familiensprecherin Kuntzl forderte die Regierung auf, einen Gipfel zur Frage der Nachmittagsbetreuung von Kindern einzuberufen. Sie bezeichnete die vom steirischen ÖVP-Landesgeschäftsführer Schnider angeregte Debatte über die Ganztagesschule als "ganz, ganz wichtig". Allerdings vermisse sie Beiträge der Bildungsministerin Gehrer.

Sichere Rahmenbedingungen gewünscht

Österreichweite Qualitätskriterien für Kindergärten und ein Bundesrahmengesetz für die Kinderbetreuung forderte die Vorsitzende der Kinderfreunde, Witowetz-Müller. Die Bundessekretärin der Jungen Generation, Katz, kritisierte: Die Jugend werde "als 'Fun-generation' dargestellt", dabei wolle man nur sichere Rahmenbedingungen, bevor man sich für Kinder entscheide.

Die Wertedebatte entspreche der katholischen Sexualmoral, für die die ÖVP stehe, so SoHo-Bundessekretär Fortner. Der Geschäftsführer der Volkshilfe, Fenninger, und die Verbandssekretärin des Pensionistenverbandes Österreichs, Garnhaft, forderten das Recht der Älteren auf Qualität bei der Betreuung ein. (APA)

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