Siemens: Gespräche über Kauf der Bosch-Handy-Sparte vor Abschluss

10. Jänner 2000, 14:35

Vereinbarung noch im Jänner geplant

München - Siemens steht nach Angaben von Vorstand Volker Jung bei den Verhandlungen über den Erwerb der Handy-Sparte des Bosch-Konzerns kurz vor dem Abschluss. Mit einer Vereinbarung sei noch im Jänner zu rechnen, sagte Jung am Rande eines Pressegesprächs des Münchner Kreises, einer übernationalen Vereinigung für Kommunikationsforschung, am Montag in München.

Siemens ist im Handy-Geschäft auf Expansionskurs. Die Stuttgarter Robert Bosch GmbH hatte dagegen bereits im September angekündigt, ihren Telekommunikationsbereich mit 18.700 Mitarbeiter verkaufen zu wollen. Im November wurde der Bereich Öffentliche Netze an die britische Marconi abgegeben. Die Gespräche mit dem Siemens-Konzern über die Handy-Sparte wurden Ende vergangenen Jahres bekannt. Im Geschäftsbereich der Handy-Endgeräte beschäftigt Bosch rund 2.500 Mitarbeiter, 1.800 davon im dänischen Werk Pandrup, das 1998 eröffnet wurde und zu dem auch ein Entwicklungszentrum gehört.

An der Übernahme der dänischen Produktionsstätte zeigte Siemens bis bisher allerdings wenig Interesse. "Vorrangig ist für Siemens die Ausweitung der Entwicklungskapazitäten", bestätigte Jung, Mitglied im Zentralvorstand der Siemens AG. Als Lösungsmöglichkeit für die Fertigung biete sich eine Ausgliederung an, wobei feste Abnahmevereinbarungen denkbar wären.

Siemens-Vorstandschef Heinrich von Pierer hatte kürzlich angekündigt, dass der Konzern im Zuge des Handy-Booms den Absatz von Mobiltelefonen im laufenden Geschäftsjahr 1999/2000 (30. September) auf mehr als 20 Millionen fast verdoppeln will.(APA/dpa)

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