"Grüne könnten faden Wahlkampf beleben"

17. September 2003, 19:38
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Entscheidung über eigene Kandidatur soll im Dezember fallen

Linz - Die Grünen werden die Frage einer eigenen Kandidatur bei den Präsidentschaftswahlen im Dezember entscheiden, lassen aber immer mehr eine leichte Präferenz für eine eigene Bewerbung erkennen. Der stellvertretende Klubobmann Karl Öllinger erklärte zum Abschluss der Grünen Klubklausur am Mittwoch in Linz, angesichts der sich abzeichnenden beiden Kandidaten Benita Ferrero-Waldner bei der ÖVP und Heinz Fischer bei der SPÖ wollten die Grünen nicht nur dazu beitragen, einen "faden" Wahlkampf zu beleben. Auf die Frage, ob die grüne Vizechefin Eva Glawischnig tatsächlich eine Kandidatin wäre, meinte Öllinger, ihm fallen viele geeignete Persönlichkeiten ein. Eine Kandidatur sei aber unter anderem auch eine finanzielle Frage.

Unterstützung für Fischer "sher schwierig"

Zunächst sei er diesem Thema "sehr skeptisch" gegenüber gestanden. "Je mehr ich mich damit auseinander setze, umso mehr finde ich es wichtig, dass wir diese Frage sehr seriös und sauber klären". Auf die Frage, ob sich die Grünen eine Unterstützung von Fischer vorstellen könnten, wenn die FPÖ niemanden kandidiere, meinte Öllinger: "Das sehe ich sehr schwierig". Zu Beginn der Debatte habe man sich von Seiten der Grünen "eher Fischer" vorstellen können, aber "ich würde das nicht als das Ende der Debatte bezeichnen".

Die Grünen würden eine Kandidatin bevorzugen, wobei er gleich hinzufügte, "es ist sehr schwer vorstellbar, Ferrero-Waldner zu unterstützen". Also ist es egal, ob man Ferrero-Waldner oder Fischer unterstützt? - Öllinger: "Weder noch". Sollte es zu einem zweiten Wahlgang kommen, werde man aber jetzt nicht den "zweiten Schritt vor dem ersten setzen".

Öllinger für "Bürgerpräsidenten"

Jedenfalls wäre das Amtsverständnis eines Bundespräsidenten zu hinterfragen. Öllinger spricht sich für einen "Bürgerpräsidenten" oder eine "Bürgerpräsidentin" aus. Diese sollte sich beispielsweise bei wichtigen Themen außerhalb der Parteipolitik wie dem Pflegeskandal in Lainz nicht nur zu Wort melden, sondern "sich auch dorthin stellen und die Verhältnisse im Geriatriezentrum zu einem Thema machen". Dies wäre eine "große Chance, die würde ich mir wünschen, für dieses Amt zu nützen".(APA)

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