Kinder senken das Wohlstandsniveau

7. Oktober 2003, 12:27
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WIFO-Schätzung: AlleinerzieherInnen mit einem Kind müssen rund 33 Prozent mehr verdienen, um ihren Standard zu halten

Wien - AlleinerzieherInnen mit einem Kind müssen in Österreich um rund 33 Prozent mehr verdienen als ihre Single-KollegInnen, um auf das gleiche Wohlstandsniveau zu kommen. Bei zwei Kindern muss das Einkommen bereits um 64 Prozent höher sein. Diese Schätzung der direkten "Kinderkosten" gab das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) am Mittwoch bekannt. Grundlage sind Daten der Konsumerhebung 1999/2000.

Die Untersuchung des WIFO liefert "Äquivalenzzahlen": Sie messen den Einkommensbedarf von Haushalten mit Kindern im Vergleich mit einem Referenzhaushalt (ohne Kinder), damit beide Haushalte das gleiche Wohlstandsniveau aufweisen.

In Haushalten mit zwei Erwachsenen müssen die Einkommen mit einem Kind um 16,5 Prozent, mit zwei Kindern um 33,8 Prozent und mit drei Kindern um 51,8 Prozent höher sein als im Referenzhaushalt (zwei Erwachsenen ohne Kinder), damit die Haushaltstypen ein gleiches Wohlstandsniveau erreichen.

520 Euro Einkommensteigerung notwendig

In absoluten Zahlen heißt das: Bei einem Durchschnitts-Einkommen von 1.593 Euro wäre für einen AlleinerzieherInnen-Haushalt eine Einkommenssteigerung von 520 Euro pro Kind und Monat notwendig, um den gleichen Lebensstandard zu erreichen wie ihre kinderlosen Mitbürger. Für Haushalte mit zwei Erwachsenen (Referenzeinkommen 2.835 Euro) wurde vom Wifo eine wohlstandsäquivalente Einkommenssteigerung pro Kind und Monat von rund 480 Euro ermittelt.

FPÖ: Kinderkosten im Steuerrecht berücksichtigen

Die freiheitliche Familiensprecherin Barbara Rosenkranz sieht in den am Mittwoch veröffentlichten Wifo-Zahlen die freiheitliche Forderung bestätigt, wonach die Kinderkosten im Steuerrecht berücksichtigt werden sollen. Das FPÖ-Modell des Familiensplittings eigne sich dafür perfekt. Ein erster Schritt sei die Anhebung des Alleinverdiener- und erzieherabsetzbetrages, der bei der kommenden Steuerreform jedenfalls erfolgen müsse. "Die Erziehung von Kindern darf nicht zum Luxus werden", betonte die freiheitliche Familiensprecherin. (APA/red)

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