Frauen-Beschäftigungsquote: Österreich erfüllt EU-Vorgaben

17. September 2003, 14:05
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Quote liegt knapp über den erwünschten 60 Prozent - EU-Durchschnitt bei 55 - mit Grafik

Wien - Österreich liegt mit seiner Frauen-Beschäftigungsquote von 60,1 Prozent über dem EU-Schnitt (54,9 Prozent). Lob gab es dafür von Luisella Pavan-Woolfe, Direktorin der Europäischen Kommission für Beschäftigung und Soziales. Sie hat am Dienstag in Wien an einer Tagung des Wirtschafts- und Arbeitsministeriums über Gender Mainstreaming in der EU teilgenommen.

Spitzenreiter Schweden

Eurostat hat die "Beschäftigungsquote - weiblich - Anteil der erwerbstätigen Frauen im Alter von 15 bis 64 Jahre an der weiblichen Gesamtbevölkerung derselben Altersgruppe" erhoben (Wert 2001). An der Spitze liegt mit 72,4 Prozent Schweden, gefolgt von Dänemark (72) und Finnland (65,4 Prozent). Am unteren Ende der Skala rangieren Griechenland (40,9), Italien (41,1) und Spanien mit 43 Prozent.

Allgemeines Ziel: 60 Prozent In den EU-Ländern werden sechs Millionen zusätzliche Arbeitsplätze für Frauen bis 2010 gesucht - dann wäre das Ziel einer allgemeinen Frauen-Beschäftigungsquote von 60 Prozent erreicht. Österreich hat mit seinem Wert von 60,1 Prozent den ersten Teil der EU-Hausaufgaben im Bereich der Gleichstellung zwar erledigt. Dennoch, so die EU-Expertin, seien beim Thema Berufsaufstieg, vor allem aber bei den Einkommen, die geschlechtsspezifischen Unterschiede auch in Österreich noch immer hoch.

Zu wenig Frauen in den Chefetagen Europa habe in den vergangenen Jahren die Frauenförderung vorangetrieben, aber nach wie vor seien nur halb so viele Frauen wie Männer in leitenden Positionen und sie hätten drei Mal geringere Chancen, in Chefetagen vorzudringen. Frauen müssten, so Pavan-Woolfe, im Schnitt um 16 bis 23 Prozent mehr verdienen, um die geschlechtsspezifischen Einkommensunterschiede abzubauen. Dazu komme, dass Frauen armutsgefährdeter seien als Männer, besonders ältere Frauen und Alleinerzieherinnen.

Österreichverteilung Die Beschäftigungsquote bei den Frauen variiert aber auch zwischen den österreichischen Bundesländern. Am niedrigsten war sie 2001 mit 53,7 Prozent in Kärnten, unter 60 Prozent lagen auch Tirol (57,2 Prozent), die Steiermark (57,7 Prozent) und das Burgenland sowie Vorarlberg (je 59,3 Prozent). Über dem Durchschnitt war die Quote in Salzburg (64,6), Wien (62,5), Oberösterreich (62,3) und Niederösterreich (60,8). (APA)

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