Vorsicht beim Handy-Kauf

24. September 2003, 10:21
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Unseriöse Beratung in Handyshops - Fallen der Mobilfunk-Händler "entlarvt"

In Handyhops werden Mobilfunkkunden häufig falsch beraten, gehen mit veralteten Handys nach Hause oder bekommen Kreditkarten und Daten-Abos untergeschoben, berichtet das Telekommunikationsmagazin "connect" in seiner aktuellen Ausgabe. Das Magazin hat die zehn raffiniertesten Tricks der Handy-Verkäufer entlarvt, die das Unwissen der Verbraucher und die geringe Markttransparenz geschickt für sich nutzen. So wird ahnungslosen Kunden immer wieder eine Partnerkarte aufgeschwatzt. Dass an die Grundgebühr-freie Karte ein Mindestumsatz gekoppelt ist, merken die Nutzer oft erst nach der ersten Monatsabrechnung. Der "connect"-Tipp: Wer wirklich einen Zweitanschluss braucht, findet im Internet ebenfalls gute Angebote und bekommt sogar noch ein einfaches Mobiltelefon dazu.

Schlechte Beratung

Gerade unwissende Kunden, die sich im Handy-Shop erst informieren müssen, werden oftmals unseriös beraten": So raten vor allem freie Händler, die nicht direkt an einen der vier Netzbetreiber gebunden sind, ihren Kunden durchaus zu einem alten Modell, um den eigenen Profit zu steigern. Hintergrund: Die Händler bekommt vom Netzbetreiber eine Prämie für die Vermittlung des Kunden. Das Handy als Dreingabe muss der Händler allerdings selbst zahlen. Das schmälert seinen Gewinn. Daher wird geraten, die Angebote der Handyshops vor Vertragsabschluss zu vergleichen und nicht das erstbeste 1-Euro-Handy zu nehmen. Kriminell wird es, wenn die Händler einen Vertrag für ein teures Handy unterschreiben lassen und den Kunden dann ein anderes, älteres Modell übergeben. Der Kunde bemerkt den Schwindel meist nicht, und der Shop kann beim betreffenden Netzbetreiber ein höherwertiges Mobiltelefon als Subvention verlangen und weiterverkaufen. Die Fachzeitschrift rät daher: Unterschreiben Sie immer für genau das Handy, das Sie erhalten. Um Problemen bei Garantieansprüchen vorzubeugen, sollte die Gerätenummer IMEI vermerkt sein.

"Markieren"

Weitere Beispiele für eine unseriöse Beratung in Handy-Shops sind etwa die Beeinflussung der Kunden durch das "Markieren" von Tarifen oder Modellen in den Unterlagen. Der Vertriebstrick führt dazu, dass sich potenzielle Kunden später häufig für das hervorgehobene, nur vermeintlich beste Angebot entscheiden. Auch scheinbarer Zeitdruck bei Aktionspreisen soll die Kunden lenken. Handys fallen allerdings im Preis ähnlich schnell wie Computer. Darum ist bei neuen Angeboten meist keine Eile geboten - gerade brandneue Markenhandys sind oft überteuert. Vorsicht auch bei Daten-Abos: Angeblich kostenlose SMS- oder MMS-Abos sind nur befristet gratis. Wer auf diesen Trick reingefallen ist, sollte den Dienst schriftlich und rückwirkend stornieren.(red)

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