Alitalia will nicht auf der Strecke bleiben

24. September 2003, 16:08
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Wunschziel: Dritter im Bund Air France-KLM

Der angestrebte Zusammenschluss der fliegenden Holländer KLM mit Air France wird zweifellos durch das Drängen von Alitalia, an dieser Kooperation maßgeblich beteiligt zu sein, erschwert. Alitalia-Konzernchef Francesco Mengozzi ließ keinen Zweifel aufkommen, dass die italienische Airline - wenn auch erst später - der Dritte im Bund sein will.

Mit Air France scheint darüber Einigung erzielt worden zu sein. Regierungschef Silvio Berlusconi hat sogar seinem französischen Kollegen Raffarin die Beschleunigung der Alitalia-Privatisierung zugesagt. Die defizitäre Alitalia und Air France werden mehrheitlich noch vom Staat kontrolliert. Diese beiden Carrier sind gemeinsam in der Flugallianz Skyteam. Auch aus diesem Grunde habe Alitalia ein Mitspracherecht bei möglichen Air-France-Zusammenschlüssen, sagen Insider. Zwischen den beiden Carriers besteht eine Überkreuzbeteiligung von zwei Prozent, sie teilen sich auch täglich 90 Code-Sharing-Flüge.

Interkontinentale Destinationen aufgegeben

Auf Druck der Franzosen hat Alitalia auch eine Reihe von interkontinentalen Destinationen aufgegeben, darunter Peking, Johannesburg sowie mehrere US-Flugziele. Sie konzentriert sich nun vor allem auf dem profitablen Inlandsmarkt. 14 Mio. der insgesamt 22 Mio. Passagiere der Alitalia fliegen im Inland.

Zwischen Alitalia und KLM herrscht seit dem Scheitern der Fusionsgespräche vor drei Jahren dicke Luft. Die beiden Fluglinien sind damals im Streit auseinander gegangen. KLM hat die Verhandlungen in letzter Minute platzen lassen. Als einer der Gründe wurden Verzögerungen beim Ausbau des Hubs Mailand-Malpensa genannt. Alitalia verklagte darauf KLM, die 250 Mio. Euro Schadenersatz nach Rom überweisen mussten. Dies ist natürlich nicht die beste Voraussetzung für eine Tripelallianz.

Laut Insidern würden KLM und Air France vorerst eine Übergangslösung schaffen. Man spricht von einer Dachholding, an der sich beide Airlines vorerst beteiligen sollen. (Thesy Kness-Bastaroli aus Mailand, Der Standard, Printausgabe, 22.09.2003)

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