N¯o, Rauschen und Blondinenjagden

14. Oktober 2003, 10:18
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Das Festival "imagetanz" punktet mit Exotika

Wien - Es ist beinahe schon ein Nostalgieformat, das auch dieses Jahr der Formulierung "Auch heuer wieder!" hartnäckig nicht Hohn spricht: das auch heuer wieder feine, kleine Herbstfestival "imagetanz" in den dietheatern Künstler-und Konzerthaus, das vor allem der heimischen Choreografie gewidmet ist.

Ein veritables Highlight im Programm ist BIG, 1st Episode des französisch-österreichischen Performancekollektivs Superamas, eine gewitzte Realityshow und Livesoap mit vier charismatischen jungen Herren, zwei reizenden Go-go-Tänzerinnen und einem nagelneuen Kraftwagen (Künstlerhaustheater, 23. 9.).

Der Wiener Choreograf Daniel Aschwanden hat sich mit dem Experimentalfilmer Martin Arnold, dem Grenzgänger Jack Hauser und der Tänzerin Anne Juren zusammengetan. Unter dem Titel Immer jagte er Blondinen wird eine Performancebearbeitung von Arnolds kinematischem Kleinod Pièce touchée gezeigt (26. und 27. September).

Weiters ist als Derivat eines Austauschprojekts mit Japans Tanzszene eine Auswahl lokaler zeitgenössischer Arbeiten zu sehen. Tanno Ken'ichi (29. 9. und 1. 10.), die Dance Company Nomade~s (3. und 4. 10.) und Hiroaki Umeda (7. und 8. 10.). Das Theatermuseum zeigt unter dem Titel Hagoromo einen Einblick in das klassische N&hibar;o-Theater und eine Ausstellung köstlicher Theatermasken und -kostüme. Wiens tänzerische Parade-Japanerin Akemi Takeya tritt während der "MAK nite" am 30. September als Loreley auf, und im Rhiz krachen Tetsuo Furudate und Erehwon mit Noise-Music los (2.10.).

Die auf Reduktion spezialisierte Jungchoreografin Mariella Greil bietet - am 30. 9. und 2. 10. im Konzerthaustheater - einen Trilogie-Abend unter dem überbordenden Titel rausch n/lAUT/lauschen an.

Saskia Hölbling lässt ihr Publikum bei insight an ihrer Suche nach tieferen Schichten ihres Kunstkörper-Seins teilhaben (Künstlerhaustheater, 7. und 8. 10.). Und das vertrackt-charmante Mitglied der bissigen portugiesischen Sketch-Gruppe Bomba suicida, Sónia Baptista, zeigt am 11. und 12. Oktober sanft verrückte, humorige Haiku-Persiflagen. (ploe/DER STANDARD; Printausgabe, 17.09.2003)

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