Bulgarien: Skandal nach Einstellung von Ex-Stasi-Mitarbeiter

17. September 2003, 18:13
2 Postings

"Politik gegen die Interessen des Landes"

Sofia - In Bulgarien ist es wegen der Einstellung eines Mitarbeiters der ehemaligen Staatssicherheit als Koordinator im Kabinett von Regierungschef Simeon Sakskoburggotski zu einem politischen Skandal gekommen. Die Einstellung von Reserve- Generalleutnant Brigo Asparuchow sei "eine offene und skandalöse Wiederherstellung des Einflusses der ehemaligen (kommunistischen) Staatssicherheit auf das politische Leben des Landes". Das sagte die frühere Außenministerin und jetzige Vorsitzende des oppositionellen anti-kommunistischen Verbandes der demokratischen Kräfte (SDS) Nadeschda Michailowa im Parlament in Sofia.

Dies sei "eine Politik gegen die Interessen" Bulgariens und die Prioritäten seiner Zukunft - Mitgliedschaft in der EU und NATO, sagte Michailowa weiter. Auch nach Ansicht des Vorsitzenden des US-Komitees zur Erweiterung der NATO, Bruce Jackson, beunruhigt die Einstellung von Asparuchow "die Verbündeten Bulgariens in Europa und in den USA". Jackson bezeichnete den Schritt im bulgarischen Staatsrundfunk als "ein Schritt zurück", der Investoren nicht ermutigen werde.

Aus Protest gegen die Entscheidung von Sakskoburggotski trat der führende Funktionär und Kritiker der regierenden Nationalen Bewegung, Emil Koschlukow, aus seiner Partei aus. Als Wahlkampfchef der Nationalen Bewegung im Jahr 2001 hatte Koschlukow zum Sieg der neu gegründeten Organisation von Ex-König Simeon II. bei den Parlamentswahlen beigetragen. (APA/dpa)

Share if you care.