Irakischer Wissenschaftler: Kein Atomwaffenprogramm nach 1991

17. September 2003, 07:41
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Ex-Mitarbeiter der irakischen Atomenergie- Kommission: Wiederaufnahme wäre sehr schwierig gewesen

Wien - "Der Irak hat sein Atomwaffenprogramm nicht wieder aufgenommen, nachdem es von den UNO-Inspektoren in den 90er- Jahren demontiert worden war", sagte ein irakischer Wissenschaftler, der vor dem Sturz Saddam Husseins für die irakische Atomenergiekommission gearbeitet hatte, am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Die USA und Großbritannien hatten die Invasion im vergangenen Frühjahr unter anderem damit begründet, dass Saddam Hussein versuche, eine Atombombe und andere Massenvernichtungswaffen zu entwickeln.

"Ein Atomwaffenprogramm ist sehr anspruchsvoll. Man braucht zum Beispiel einen Reaktor. Es wäre sehr schwierig für den Irak gewesen, das Programm wieder aufzunehmen, betonte Abbas Balasem, der heute Generaldirektor der Abteilung "Gefahrenstoffe" im irakischen Wissenschaftsministerium ist. Außerdem hätten die UNO-Inspektoren in vier Monaten vor dem Krieg und die Alliierten nach Beendigung der Kämpfe keinerlei Hinweise gefunden, die diesen Verdacht erhärten würden.

Balasem ist überzeugt, dass die Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO), sie habe in den sieben Jahren nach dem ersten Golfkrieg 1991 das irakische Atomwaffenprogramm erfolgreich demontiert, der Wahrheit entsprechen. Dass es ein Programm für chemische oder biologische Waffen gegeben haben könnte, schließt Balasem nicht aus.(APA/Reuters)

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