FP-Mediensprecher Kronberger hat "Print-Werbeunfug" im Visier

23. September 2003, 14:47
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Verbot der inhaltlichen Printmedienwerbung im ORF werde umgangen

FPÖ-Mediensprecher Hans Kronberger hat genug vom "Print-Werbeunfug" im ORF. Gemeint ist damit laut einer Aussendung vom Dienstag die Umgehung jener Bestimmung im ORF-Gesetz, wonach Printmedien im ORF-Fernsehen nur mit der Blattlinie, nicht aber mit Inhalten werben dürfen. Einige Medien, allen voran Magazine der News-Gruppe, reagieren darauf mit immer üppigeren Blattlinien. Das ärgert Kronberger, der nun gemeinsam mit Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) und ORF an einer gemeinsamen Lösung arbeiten will.

VÖZ: Blattlinie ist Sache der Zeitung

Er habe sowohl die Verleger als auch den ORF zu Verhandlungen über dieses Problem eingeladen, so Kronberger. Doch zumindest beim VÖZ sieht man sich nicht wirklich zuständig: "Das ist ausschließlich eine Sache des ORF, ob eine solche Blattlinie akzeptiert wird oder nicht", sagte VÖZ-Generalsekretär Walter Schaffelhofer im Gespräch mit der APA. "Laut Mediengesetz wird in der Blattlinie die grundlegende Richtung einer Zeitung definiert. Die Gestaltung steht dem Medium völlig frei, da können und werden wir auch nichts dreinreden. Eine Regelung zwischen VÖZ und ORF kann ich mir nicht vorstellen." Vom ORF gab es am Dienstag vorerst keine Stellungnahme.

"Groteske Dimensionen"

Kronberger ortet in den Blattlinien der News-Gruppe "groteske Dimensionen": "Robert Hartlauer, Che Guevara, Dessous und die Privatisierung der VOEST als Blattlinie zu verkaufen, ist kabarettreif." Als "genauso kabarettreif" bezeichnet der FP-Mediensprecher indes auch das ORF-Gesetz selbst. Eine Korrektur sei längst überfällig, bekräftigte er. (APA)

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