Neuer Landtag wird verkleinert

19. September 2003, 19:41
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Statt 204 nur noch 180 Abgeordnete - Modus: Jede WählerIn hat zwei Stimmen

München - Vor fünf Jahren entschieden die bayerischen Wähler per Volksentscheid: Der neue Landtag wird von 204 auf 180 Abgeordnete verkleinert. 92 Abgeordnete ziehen als Direktkandidaten ins Maximilianeum in München ein, die 88 anderen per Listenwahl.

Bei den Parteien gibt es keine Landesliste, sondern Wahlkreis-Listen in den sieben Regierungsbezirken Oberbayern, Niederbayern, Oberpfalz, Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken und Schwaben. Die Spitzenkandidaten können deshalb nicht überall gewählt werden. Sie stehen nur in "ihrem" Regierungsbezirk auf dem Stimmzettel.

Jeder Bürger hat zwei Stimmen. Mit der Erststimme wählt er in einem der 92 Stimmkreise "seinen" Direktkandidaten. Sieger ist der Kandidat mit den meisten Stimmen - falls dessen Partei Bayern-weit die Fünf-Prozent-Hürde nimmt. Einzelkandidaten sind also chancenlos.

Die Zweitstimme gilt der Liste. Hier wird aber nicht eine Partei angekreuzt, sondern ein einzelner Partei-Kandidat. Damit können die Wähler die Kandidaten-Reihenfolge der Partei durcheinander wirbeln.

Zur Sitzverteilung werden Erst- und Zweitstimmen zusammengezählt und in Mandate umgerechnet. Damit auch entscheidet die Erststimme über die Sitzverteilung mit - anders als bei der Bundestagswahl.

1998 errang die CSU 123 Sitze, davon 99 Direktmandate. Die SPD eroberte nur fünf Stimmkreise direkt, 62 Abgeordnete kamen über die Liste. Die 14 Grünen-Parlamentarier zogen alle über die Liste ein. (APA/dpa)

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