Graz: Zivilschutz kümmert sich um "Schwammerlsucher"

1. Oktober 2003, 09:50
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Informationsfalter zu Pilzarten neu aufgelegt - Tipps und Sicherheitshinweise

Graz - Das Zivilschutzreferat der Stadt Graz kümmert sich um die "Schwammerlsucher" und legte einen neuen Falter über "Pilze" auf. Das Informationsblatt soll behilflich sein, giftige von genießbaren Arten zu unterscheiden, hieß es. Auf Bildtafeln werden 39 Pilzarten dargestellt und beschrieben. Weiters finden sich Tipps für die Zubereitung, Informationen zu Schwermetallen, Radioaktivität und Erste-Hilfe-Maßnahmen nach Vergiftungen.

Unfall- und Gefahrenverhütung

"Pilze gehören zwar nicht zu unseren ureigensten Aufgaben, aber wir befassen uns mit allen Arten von Unfall- und Gefahrenverhütung", erklärte ein Mitarbeiter des Zivilschutzreferates das auf den ersten Blick etwas ungewohnte Betätigungsfeld. Zwar gäbe es jährlich nur einige wenige Todesfälle nach Pilzvergiftungen, dennoch sei es wichtig, die Bevölkerung zu informieren.

Der erste Zivilschutz-Falter zu Pilzen wurde in Graz Mitte der neunziger Jahre aufgelegt und wurde sehr gut angenommen, hieß es. Damals geschah dies vor allem vor dem Hintergrund der radioaktiven Belastung der Pilze nach der Tschernobyl-Katastrophe. Besonders betroffen waren etwa Reifpilz, Semmelstoppelpilz und Maronenröhrling. Eine Gefährdung sei heute nicht mehr gegeben, bedenklich bleibe hingegen die Schwermetall-Konzentration in Pilzen. Gesundheitsschädlich sind vor allem Quecksilber, Cadmium, Blei und Thallium, die sich besonders in den sporentragenden Teilen wie Lamellen oder Röhren ablagern.

Zwei Kilo Pilze pro Jahr

Um den Körper nicht zu stark zu belasten, empfiehlt der Zivilschutz-Falter, nicht mehr als 250 Gramm wöchentlich an Wildpilzen zu essen. "Dies entspricht in etwa einer großen Hand voll", erklärte der Sprecher. Im Schnitt essen Herr und Frau Österreicher durchschnittlich etwa zwei Kilogramm Pilze pro Jahr. "Mit den Warnungen vor übermäßigem Verzehr wenden wir uns in erster Linie an fanatische Schwammerlsucher. Da kann es schon sein, dass jemand diese Menge in seinem Urlaub in wenigen Tagen verspeist", so der Zivilschutz-Experte.

"Pilzberatung"

Sollte jemand mit dem Falter nicht das Auslangen finden, bietet die Stadt Graz auch eine "Pilzberatung" an: Im Amt für Lebensmittelaufsicht und Märkte können sich Unentschlossene oder Interessierte Rat holen. Geschulte Pilzberater analysieren die Fundstücke. Fachleute auf diesem Gebiet sind in Graz weiters im Landesmuseum Joanneum, Abteilung Botanik, zu finden. Sie beschäftigen sich wissenschaftlich mit der Bestimmung und beraten ebenfalls. (APA)

Service

Der Pilze-Falter ist in den Bezirksämtern in Graz, im Zivilschutzreferat und bei den Portieren des Grazer Rat- und des Amtshauses erhältlich.

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Tödlich giftig ist der hier abgebildete grüne Knollenblätterpilz.

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