Rauch-Kallat rügt: Zu wenige Referentinnen auf den Medientagen

23. September 2003, 15:40
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VP-Frauenministerin vermisst weibliche Vortragende bei der 10. Ausgabe des Branchentreffs

Bereits zum 10. Mal trifft sich heuer im Oktober die Medienbranche bei den Österreichischen Medientagen, die vom Manstein Verlag veranstaltet werden. Dieses Jahr aber setzt es eine Rüge von Frauenministerin Maria Rauch-Kallat (V): In einem offenen Brief an Verleger Hans-Jörgen Manstein kritisierte sie am Dienstag, dass bei der diesjährigen Ausgabe des Branchentreffs nur sechs der insgesamt 58 Vortragenden Frauen seien. Von Seiten des Verlags wurde auf APA-Anfrage betont, dass man "gerade heuer mehr Damen denn je" eingeladen habe, viele aber abgesagt hätten.

Frauen extrem unterrepräsentiert

Frauen seien "wie auch im vorigen Jahr extrem unterrepräsentiert, obwohl der Anteil der im Medienbereich tätigen Frauen sowohl in den mittleren als auch in den höheren Positionen ständig ansteigt", tadelte Rauch-Kallat. Dies sei umso bedauerlicher, als Medien doch auch gesellschaftliche Trends abbilden sollten und immerhin die Hälfte der Bevölkerung - und damit auch der potenziellen Medienzielgruppe - weiblich sei. Rauch-Kallat veranstaltet jedes Jahr den so genannten "Journalistinnenkongress".

Verleger Manstein sowie die Manstein-Herausgeberin und designierte Geschäftsführerin Dagmar Lang waren am Dienstag auf Dienstreise und daher nicht zu erreichen. Von Seiten des Verlages wurde aber betont, dass man über 20 Referentinnen eingeladen habe, diese aber überwiegend nicht zugesagt hätten. Auf dem Podium vertreten sein werden unter anderem ORF-Generaldirektorin Monika Lindner, Eva Glawischnig von den Grünen und Gabriele Faber-Wiener, Kommunikationsleiterin von "Ärzte ohne Grenzen Österreich".

"2004 - Ein neuer Aufbruch: Was kommt - was bleibt - was vergeht?"

Das Generalthema der 10. Österreichischen Medientage am 8. und 9. Oktober blickt in die Zukunft: "2004 - Ein neuer Aufbruch: Was kommt - was bleibt - was vergeht?" fragt man sich. Als "Stargäste" werden unter anderem EU-Kommissionspräsident Romano Prodi, WAZ-Geschäftsführer Bodo Hombach sowie die TV-Manager Urs Rohner (ProSiebenSat.1) und Gerhard Zeiler (RTL Group) erwartet. (APA)

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