Männliche Hormone verstärken Neigung zu Herzkrankheiten

16. September 2003, 12:19
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Forscher wollen Auswirkungen von Testosteron unterdrücken, ohne Prostata und Stimme zu beeinträchtigen

Sydney - Aus medizinischer Sicht ist männlich sein ein Risiko: Männliche Hormone verstärken australischen Wissenschaftern zufolge die Neigung zu Herzinfarkten und Schlaganfällen.

Einer am Dienstag veröffentlichten Studie des Royal-Prince-Albert-Krankenhauses in Sydney zufolge aktivieren männliche Hormone 27 Gene, die mit Herz- und Gefäßkrankheiten in Verbindung gebracht werden. In einer zweieinhalb Jahren dauernden Studie hatten die Mediziner die Auswirkungen von männlichen Hormonen auf rund hundert Gene untersucht. Dabei stellten sie fest, dass männliche Gene auf die Hormone reagierten, weibliche jedoch nicht.

Männer sterben fünf Mal häufiger an Herzkrankheiten

Nach Erhebungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben Männer im Alter von 35 bis 65 Jahren fünf Mal häufiger an Herzkrankheiten als Frauen. Dies wird als Grund angesehen, warum Frauen in den meisten Teilen der Welt länger leben als Männer. Die Ursache für die erhöhte Neigung zu Herzinfarkten war bisher nicht bekannt.

In ihrem nächsten Projekt wollen die Wissenschafter aus Sydney nach Möglichkeiten suchen, die Auswirkungen von Testosteron auf das männliche Herz und die Blutgefäße zu unterdrücken, ohne jedoch Prostata und Stimme zu beeinträchtigen. "Wir wollen einen Weg finden, der Männern erlaubt, ohne Männerherz zu leben, dabei aber immer noch Mann zu sein", erläuterte Forschungsleiter David Celermajer. (APA/AFP)

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