Noch immer zu hohe Acrylamid-Werte in Chips

25. September 2003, 11:33
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Untersuchung der Tiroler AK: Auch im Brot wurde die krebserregende Substanz nachgewiesen

Innsbruck - Auch die zweite Acrylamid-Untersuchung der Tiroler Arbeiterkammer bringt noch keine Entwarnung. Nach Angaben vom Dienstag seien neuerlich teilweise hohe Belastungen bei Chips und Pommes festgestellt worden. Sogar das tägliche Brot enthalte die Substanz, die beim Backen, Braten und Frittieren stärkehaltiger bzw. zuckerreicher Nahrungsmittel entsteht. Gefordert wurden neue Technologien für die Herstellung derartiger Lebensmittel.

Acrylamid sei nach Aussagen seriöser Wissenschafter krebsauslösend und erbgutschädigend. Der erste in Österreich durchgeführte Test zu Acrylamid habe die Ergebnisse anderer EU-Länder bestätigt: Lebensmittel - vor allem Chips und Pommes Frites - seien durch hohe Acrylamidwerte belastet gewesen.

Forderung

Beim neuerlichen Test der AK, der im Frühjahr 2003 durchgeführt wurde, hätten die Produktgruppen Kartoffelchips und Pommes Frites immer noch hohe Belastungen durch Acrylamid aufgewiesen. Neben den Produktgruppen Pommes Frites, Popcorn und Kartoffelchips, bei denen im Jahr 2002 ein hoher Acrylamidgehalt festgestellt wurde, sind beim neuerlichen Test im Jahr 2003 auch Baby-Fertiggerichte, sonstige Fertigprodukte und erstmalig auch tiefgekühlte Pommes frites in die Untersuchung miteinbezogen worden. Es wurden insgesamt 43 verpackte Lebensmittel beim Naturwissenschaftlichen Forschungs- und Untersuchungslaboratorium (NAFU) in Berlin analysiert.

Bereits 2002 hatte die AK Tirol gefordert, dass die Herstellungsmethoden bei den am meist belasteten Produkten geändert werden müssten, um die Acrylamidbelastungen zu reduzieren. Der neuerliche Test zeige jedoch, dass einige Hersteller nicht ausreichend reagiert hätten. Kritik übte die AK aber auch an der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES). Sie komme nach Ansicht der Konsumentenschützer ihrem gesetzlichen Auftrag nur in unzureichendem Ausmaß nach. Die Kontrollen der AGES seien einerseits zu unpräzise andererseits zu wenig oft.

Kennzeichnungsverpflichtung

Bei der Produktgruppe Kartoffelchips habe der höchste Acrylamidgehalt 888 µg/kg und der niedrigste 201 µg/kg betragen. Bei der Produktgruppe tiefgekühlte Pommes frites sei der höchste festgestellte Acrylamidgehalt 515 µg/kg und der niedrigste 41 µg/kg. Bei den Popcorn betrage der höchste festgestellte Acrylamidgehalt 351 µg/kg und der niedrigste je 214 µg/kg. Bei Fertigprodukten würden die festgestellten Acrylamidgehalte zwischen 105 µg/kg und fünf µg/kg betragen. Bei den Baby-Fertiggerichten sei ein Höchstgehalt von 27 µg/kg und die geringste Belastung von zwei µg/kg festgestellt worden.

Die AK forderte die Sicherstellung der Lebensmittelsicherheit durch umfangreiche Risikoanalysen durch die Agentur für Ernährungssicherheit, sowie die Anwendung eines Minimierungskonzeptes in Zusammenarbeit mit der Nahrungsmittelindustrie. Die Hersteller von Lebensmittel wurden aufgefordert, neue Technologien bzw. wissenschaftliche Erkenntnisse in der Herstellung zu berücksichtigen um die Acrylamidbelastung drastisch zu reduzieren. Die Veröffentlichung der aktuellen Untersuchungsergebnisse durch die AGES um die Transparenz für Verbraucher sei sicherzustellen, ebenso wie die Kennzeichnungsverpflichtung von besonders belasteten Produkten. (APA)

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