Salzburger Ärztepaar klagt erneut Kindergarten

17. September 2003, 09:43
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Nach einjähriger Pause geht der Streit um "zu viel Lärm" weiter

Salzburg - Ein Salzburger Ärztepaar fühlte sich vom Lärm eines privaten Kindergartens in Salzburg-Aigen gestört und zog deshalb vor Gericht. Im Oktober 2002 wurde vor einem Bezirksrichter eine Good-Will-Vereinbarung getroffen. Die Leiterin des "English Play Corner", Sabine Klinger, zeigte sich bereit, wegen der Anrainer leiser zu treten. Doch rechtzeitig zu Beginn des neuen Kindergartenjahres wurde das Kriegsbeil wieder ausgegraben: Die Mediziner wollen den Streit doch vor Gericht ausfechten, erklärte Klinger.

Verkehrsbelastung

Der Zubringerverkehr zum Kindergarten und der Lärm der spielenden Kinder auf einer Asphaltfläche war den Ärzten ein Dorn im Auge. "Sie fühlen sich von dem schrillen, unrhythmischen Geschrei gestört", argumentierte der Rechtsanwalt der Klägerpartei. In einer Konsensregelung haben dann die beiden Streitparteien im Herbst vorigen Jahres vereinbart, dass der Zubringerverkehr eingeschränkt wird und die Kinder während der Mittagszeit nicht in unmittelbarer Nachbarschaft der Ärzte-Villa spielen.

Halte- und Parkverbotstafeln

"Die Eltern haben ihre Kinder bereits vor der Volksschule Abfalter (die nur wenige Meter von dem English Play Corner entfernt liegt, Anm.) aussteigen lassen", erklärt die Leiterin des Englisch Play Corner. Doch bereits im Frühjahr 2003 hätte der Zahnarzt beim Verkehrsamt veranlasst, dass Halte- und Parkverbotstafeln aufgestellt werden.

Durch das Anbringen der Verkehrstafeln "sind die Eltern wieder gezwungen, in die Zufahrtstraße, die zum Kindergarten gehört, hineinzufahren", schildert Klinger die verworrene Situation. Die Folge daraus: Die Mediziner würden sich abermals gestört fühlen und hätten erneut Klage eingereicht. In Wahrheit "wollen die uns einfach loswerden", resümiert Klinger.

Ausschluss der Öffentlichkeit

Der Anwalt der Klägerpartei wollte zu diesem Thema keine Stellungnahme abgeben. Er werde beantragen, dass die Verhandlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinde, um "uns eine Medien-Hetze nicht mehr anzutun", so Meißnitzer. (APA)

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