Neues Team stellt sich der Diskussion

23. Oktober 2003, 14:03
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Österreichische Filme bleiben die Basis

Wien - Unter reger Anteilnahme von Vertretern der heimischen Filmbranche wurde am Dienstag das neue Konzept des Filmfestivals Diagonale auch in Wien präsentiert. Als Leitgedanke fungierte dabei das, was der Diagonale-Präsident Jan Mojto, der seine neue beratende und ehrenamtliche Funktion "eine große Ehre und zugleich eine Herausforderung" nannte, eingangs so formulierte: "Die Diagonale soll weitergeführt, aber zugleich auch weiterentwickelt werden."

Projektbörse

Zu den bereits bekannten Vorhaben (vom künstlerischen Leiter Miroljub Vuckovic "hardware" genannt) wurden weitere Details bekannt. So sollen auf der Projektbörse letztlich zwölf bis 15 Filme präsentiert werden, die in einem offenem Wettbewerb dafür ausgewählt werden. Von jenen zehn Streifen, die aus Südosteuropa kommen sollen, wurde die Hälfte bereits im vergangenen Juli in Belgrad ermittelt, die nächste Hälfte soll in Kürze gefunden werden. Dazu kommen weitere zwei bis fünf Projekte aus Österreich.

Die Anzahl der auf der Diagonale gezeigten österreichischen Filme soll sich nicht verändern. Der neue Österreich-Kurator Wolfgang Ainberger, der wie in Graz im Publikum Platz genommen hatte, meinte, er wolle so autark wie möglich agieren und gab sich zuversichtlich, dass der österreichische Film einen so breiten Raum wie bisher bekommen werde: "Alles andere wäre für mich nicht möglich." Miroljub Vuckovic zeigte sich "wirklich glücklich, dass ich nicht allein bin - nicht weil ich Angst hätte, sondern weil es konstruktiv sein wird, zusammenzuarbeiten und sich zu ergänzen."

"Konsulentin"

Als "Konsulentin" wird die TV-Journalistin Burgl Czeitschner agieren ("Was ich weiß und was ich kann, werde ich zu Verfügung stellen"), die bisher allerdings "noch nicht einmal Gelegenheit" hatte, mit dem kaufmännischen Geschäftsführer Tillmann Fuchs über einen Vertrag zu sprechen - und "ohnedies noch zwei andere Jobs" hat.

"Sunrise Awards"

Bei der geplanten Flut an Preisen räumte Vuckovic die Möglichkeit einer gewissen Anfangseuphorie ein ("Vielleicht ist es zuviel"), während Fuchs konstatierte: "Wir befinden uns auf internationalem Niveau - was die Anzahl der Preise, und was ihre Höhe betrifft." Die Dotierung von insgesamt 285.000 Euro Preisgeld für diverse "Sunrise Awards" hoffe man zum Teil aus neuen Fördergeldern zu bestreiten, im rund 1,5 Mio. Euro betragenden Budget der Diagonale 2004, das Fuchs zu einem Drittel von Sponsoren lukrieren möchte, ist dieses Geld nicht enthalten. Im übrigen überraschte Fuchs, dessen Vertrag auch eine Erfolgskomponente einschließt, mit der Aussage: "Ich kenne das Budget der vorherigen Diagonale nicht."

Viele weitere Pläne hat Vuckovic. Personalen sollen 2004 einem rumänischen und einem kroatischen Regisseur gewidmet sein, er möchte "Cartes blanches" verteilen, um persönliche Sichtweisen wichtiger Experten zeigen zu können, und er möchte verschiedenste Institutionen zur Mitarbeit gewinnen. Viele habe er angesprochen, verbindliche Zusagen gebe es noch keine. (APA)

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