Afghanistan: Wieder Raketenangriff auf US-geführte Truppen

17. September 2003, 08:57
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Keine Verletzten bei Koalitionstruppen

Kabul - Erneut ist ein Stützpunkt der US-geführten Koalitionstruppen in Afghanistan mit Raketen angegriffen worden. Ein Sprecher des US-Militärs teilte am Montag in Bagram mit, es habe zwei Einschläge in der Nähe des Camps in der ostafghanischen Provinz Khost am Samstag gegeben, bei denen aber niemand verletzt worden sei. In der Provinz Paktika im Südosten des Landes seien Koalitionssoldaten am Samstag mit Schusswaffen angegriffen worden, sie hätten das Feuer erwidert, sagte der Sprecher.

Auf Seiten der Koalition sei niemand verletzt worden. Über Opfer bei den Angreifern sei nichts bekannt. In jüngster Zeit war es besonders im Süden und Osten des Landes zu Kämpfen zwischen mutmaßlichen Taliban und Koalitionstruppen gekommen.

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Mutmaßliche Anhänger des gestürzten Taliban-Regimes in Afghanistan haben Menschen, die Musik hören oder sich rasieren, mit Verstümmelungen gedroht. Die Rebellen hätten Reisende in der Provinz Paktia bedroht, teilte Gouverneur Asadaullah Wafa am Montag mit. "Sie haben Autos angehalten und erklärt: Hört keine Musik, und rasiert euch nicht den Bart", sagte Wafa. Andernfalls würden den Betroffenen die Nasen abgeschnitten.

Ein Bewohner der Ortschaft Swak in Paktia sagte, rund 200 Taliban-Kämpfer hätten dort am Samstag einen Basar besucht und eine ähnliche Warnung ausgesprochen. Sie hätten außerdem auf Flugblättern "schwere Strafen" für jeden angedroht, der mit den US-Truppen in der Region nahe der Grenze zu Pakistan kooperiere.

Wafa betonte, die Taliban hätten in Paktia keinen Einfluss mehr, und ihre Erklärungen seien leere Drohungen. "Es gibt kaum Anlass zu Sorge. Das sind Menschen, die keine Front mehr haben, an der sie kämpfen können, und die Leute beachten sie nicht mehr." In Paktia im Osten Afghanistans kam es in den vergangenen Wochen vermehrt zu Angriffen auf US-Soldaten und ihre Verbündeten. (APA/dpa)

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