Rettungsaktion für Jüdisches Theater in Wien

22. September 2003, 19:23
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Initiativen sollen die Räume wieder ihrer ursprünglichen Bestimmung zuführen

Wien - Eine Initiative soll das derzeit leer stehende Jüdische Theater im Wiener Nestroyhof wieder seiner ursprünglichen Bestimmung als Theater zuführen. Derzeit suchen die Hausbesitzer nach einem neuen Mieter, und Warren Rosenzweig, der künstlerische Leiter des Jüdischen Theater Austria (JTA), möchte hier der "in Österreich noch nicht wirklich existierenden jüdischen Theaterszene" ein Haus geben.

Nach seiner Schließung durch die Nationalsozialisten im Jahr 1938 waren die Räumlichkeiten von einem Kino und zuletzt von einem Supermarkt genutzt worden. Rosenzweig bemüht sich um Unterstützung von Bund und Stadt für seine Pläne. "Es wäre sinnvoll, wenn der Staat nicht nur in tote jüdische Kultur investieren würde, sondern in die lebendige, und so zum interaktiven und interkulturellen Austausch zwischen Juden und Nicht-Juden beitragen könnte," so Rosenzweig.

"Gerade das Haus in der Praterstraße, wo früher mehrere jüdische Theater standen, ist der ideale Ort, um jüdische Kultur in Wien zu zeigen", ist Rosenzweig überzeugt. Das 1898 von dem jüdischen Architekten Oskar Marmorek erbaute Theater war seit jeher ein Ort jüdischer Kultur und Identität. Im Jahr 1905 wurde hier (im "Trianon- Theater") Frank Wedekinds "Die Büchse der Pandora" erstaufgeführt (Karl Kraus gab den Prinzen Kungu Poti). Vom Sprechtheater, über Kabarett und Musik reichte das kulturelle Angebot an diesem Ort, der "voll ist mit jüdischem Geist und Geschichte", so Rosenzweig.

"Es gibt für das Haus ein laufendes Denkmalschutzverfahren", heißt es aus dem Landeskonservatorat Wien, wann dieses voraussichtlich abgeschlossen sein werde (Rosenzweig hofft auf "maximal sechs Monate") könne man jedoch nicht sagen.

Das Jüdische Theater Austria ist ein seit 1999 existierender Verein, der jüdische Kultur in Österreich auf die Bühne bringt. Vom administrativen Standort Graz aus, werden nationale und internationale Gastspiele geplant. Auch mit anderen jüdischen Theatergruppen und Künstlern arbeitet man zusammen. (APA)

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