Online-Piraterie ist auch für Hollywood ein Problem

25. September 2003, 15:33
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Weite Verbreitung wegen mangelnder Technologie noch nicht möglich

Hollywood fürchtet ähnliche Ausmaße bei der Internet-Piraterie für Filme wie jene bei Musiktiteln. Einer Studie von AT&T Labs zufolge sind knapp 80 Prozent der Filme, welche die Forscher auf File-Sharing-Networks gefunden haben, von Mitgliedern der Filmindustrie ins Internet gestellt worden. Fast alle Filme waren noch vor der offiziellen Veröffentlichung auf DVD online zu finden, die meisten illegalen Raubkopien werden demnach von Insidern und nicht von Konsumenten ins Netz gestellt (Der Webstandard berichtete).

350.000 bis 400.000 Filme täglich "gesaugt"

Gegenwärtig werden rund 350.000 bis 400.000 Filme täglich aus dem Internet gezogen, die Downloads sind dabei meist von schlechter Qualität. Mit der Weiterentwicklung der Technologie werden Film-Downloads jedoch stark zunehmen, ist Josh Bernoff, Analyst von Forrester Research, überzeugt. Einer aktuellen Studie von Forrester Research zufolge haben bereits 20 Prozent aller zwölf bis 20jährigen einen Spielfilm illegal aus dem Internet heruntergeladen. "Wenn einer von fünf Jugendlichen einen kompletten Film von einer File-Sharing-Site herunterlädt, gibt es ein großes Problem", so Bernoff.

Aus Fehlern lernen

Dennoch sind Konsumenten noch weit davon entfernt, große Digital-Video-Files miteinander zu tauschen. "Hollywood soll sich nicht vor der Internet-Piraterie fürchten, weil es noch nicht durchführbar ist", so Bernoff weiter. Hollywood solle von den Fehlern der Musikindustrie lernen und Dienste entwickeln, die legale Film-Downloads ermöglichen. Damit könne man einer großen Zahl von Raubkopien zuvorkommen. Hollywood kämpft gegenwärtig für strengere Strafen bei Online-Piraterie und versucht, besser über seine innere Sicherheit Herr zu werden, damit keine Filmkopien entweichen können. (pte)

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