Weiblicher Zyklus beeinflusst Metastasenbildung

14. September 2003, 11:30
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Bisher Versuche an Mäusen - den Tieren wurden je nach Phase ihres monatlichen Zyklus Hautkrebszellen gespritzt

London - Der weibliche Zyklus beeinflusst bei einer Krebserkrankung offenbar die Metastasenbildung. Das hat ein kanadisches Forscherteam bei Versuchen an Mäusen herausgefunden. Den Tieren wurden je nach Phase ihres monatlichen Zyklus Hautkrebszellen gespritzt. Zur Überraschung der Wissenschafter bildeten die Tiere besonders dann aggressive Tochtergeschwulste, wenn sie einen hohen Progesteron-Spiegel im Blut hatten.

Der Anteil des Gelbkörperhormons Progesteron schwankt im Körper je nach Zyklus-Phase. Während die Tiere bei einem hohen Östrogenspiegel fast keinen Sekundärtumor entwickelten, erkrankte bei hohem Progesteron-Spiegel fast ein Drittel an Metastasen. Da die Ergebnisse des Tierversuchs auf den Menschen nicht einfach zu übertragen seien, seien derzeit klinische Studien am Patienten in Vorbereitung, erklärten die Mediziner im Wissenschaftsmagazin "Nature". Könne der Zusammenhang zwischen Zyklus und Metastasenbildung eindeutig belegt werden, könnten künftig Krebsoperationen dann durchgeführt werden, wenn das Metastasenrisiko am geringsten sei. (APA/AP)

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