Konditionstest auf dem Schneeberg

    13. September 2003, 10:53
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    Wandertipp: 1500 Meter Höhenunterschied und acht Stunden Gehzeit auf teils schwierigem Terrain

    Wer meint, über eine besonders gute Kondition zu verfügen, dem sei eine Besteigung des Schneebergs vom Höllental aus ans Herz gelegt: Man hat einen Höhenunterschied von mehr als 1500 m zu überwinden – mehr als etwa von der Franz-Josefs-Höhe auf den Großglockner oder fast gleich viel wie von Kolm-Saigurn auf den Hohen Sonnblick. Die Mühen werden durch eine besonders eindrucksvolle Landschaft und herrliche Ausblicke auf die Rax und ins romantische Höllental belohnt.

    Der Felssporn, wo der Stadelwandgrat die "Märchenwiese" vor dem Jagdhaus der Stadt Wien erreicht, gilt als schönster Platz weit und breit. Kaum weniger beeindruckend ist der Weg vom südlichen Grafensteig über die Schöneben (in manchen Karten als Stadelwandleiten oder Schönleiten bezeichnet) mit Schönleitenschneide und Schiefermäuer links und Königschusswand und Bockgrube rechts.

    Ein Teil der Route ist zwar unmarkiert, kann aber nicht verfehlt werden, da man immer einen schönen Steig vorfindet, der auch häufig begangen wird, da er zu den Klettersteigen der Stadelwand führt. Die Runde muss man nicht in einem Zug absolvieren, denn es bietet sich eine Übernachtung in der Fischerhütte an.

    Die Route: Vom Weichtalhaus im Höllental marschiert man auf der Straße etwa eine Viertelstunde talauswärts und wählt dann den unmarkierten, steilen Steig in den Stadelwandgraben. Nach einer Quelle – in manchen Karten als Sexquelle verzeichnet – geht's in Serpentinen weiter in den Hochgangsattel und zur "Märchenwiese" oberhalb der Stadelwand. Ab Weichtalhaus 2½ Stunden. Auf einem kleinen Pfad steigt man zum südlichen Grafensteig an, hält sich kurz links und beginnt beim Wegweiser den grün markierten Anstieg, der fast direkt über die Schöneben – vulgo Schönleiten – zum Klosterwappen, dem höchsten Punkt des Schneeberg, führt. Über einen sanften Sattel erreicht man die Fischerhütte. Ab Märchenwiese 2 bis 2½ Stunden.

    Nun zurück zum Klosterwappen, dort hält man sich rechts und steigt auf der roten Weitwandermarkierung in etwa 1¼ Stunden zur Kienthaler Hütte ab. Für die Besteigung des daneben liegenden Turmstein braucht man Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Weiter hinab zur Jakobsquelle, wo man besser den rot markierten Ferdinand-Mayr-Weg wählt, um das Weichtalhaus zu erreichen. Gehzeit ab Kienthaler Hütte 2 Stunden. Etwa gleich lang braucht man durch die Weichtalklamm, bei der man einige Felsstufen auf Leitern oder mithilfe von Seilen überwinden muss. Gesamtgehzeit 7¾ bis 8¼ Stunden, Höhenunterschied 1550 m. Fischerhütte durchgehend bis Ende Oktober offen, Kienthalerhütte Wochenendbewirtschaftung. Bundesamtskarte Rax-Schneeberg 1:25.000

    Von Bernd Orfer
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