Adorno-Preis für György Ligeti - Brucknerfest: Klestil über "Unkultur" Linz

15. September 2003, 11:56
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Frankfurt/Main - Im Rollstuhl hat der 80-jährige Komponist György Ligeti (re.) am Samstag in Frankfurt den Theodor-W.-Adorno-Preis entgegengenommen. Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) überreichte ihm die mit 50.000 Euro dotierte Auszeichnung. In seiner Dankesrede berichtete Ligeti bei der Preisverleihung in der Frankfurter Alten Oper von seinen Begegnungen mit Adorno, den er bewundert habe. Er kritisierte die 68er-Bewegung, die Adorno etwa mit Krawallen zu einem Hanswurst gemacht habe. Der Laudator und Musikkritiker Gerhard Koch sagte in seiner Rede, Adorno sei von der Ästhetik der Klangwolken Ligetis ohne Punkte und Linien, mit schrillen Tönen und Ambivalenzen, fasziniert gewesen. (dpa) Foto: dpa/Rüsche


Brucknerfest: Klestil über "Unkultur" Linz

- Bundespräsident Thomas Klestil eröffnete am Sonntagvormittag das diesjährige Brucknerfest (bis 5. Oktober in Linz). Klestil ging in seiner Rede auch auf die Diskussionen um die Privatisierung der Voestalpine AG ein: Und er warnte in diesem Zusammenhang vor "Unkultur". "Kultur" sei nicht allein auf Museen und Konzertsäle beschränkt, sie sei vielmehr eine "Grundhaltung im Zusammenleben der Menschen und ein Gradmesser für den Zustand einer Gesellschaft". Wie man miteinander umgehe und aufeinander zugehe, das sei auch ein Ausdruck von Kultur, so Klestil: "Leider hat es in den vergangenen Wochen viel Unkultur gegeben - und ich meine konkret die Diskussion über die Zukunft der Voestalpine". Die Voest sei mehr als nur ein Industrieunternehmen, sie sei "ein Symbol des Wiederaufbaus und ein Beweis für die Willenskraft und den Fleiß einer ganzen Generation". Die eigentliche Festrede hielt der Historiker und Journalist Peter Huemer. (APA) Auszüge daraus auf Seite 23

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