Bauers Fahrschulstunde

31. Oktober 2003, 14:27
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Was tut Jack Bauer aus der US-Serie "24" eigentlich in den fehlenden Minuten?

Natürlich ist das kleinlich, merkte der Mann mit der Stoppuhr an. Aber: Was tut Jack Bauer eigentlich in den fehlenden Minuten? Geht er aufs Klo? Bohrt er in der Nase? Schließlich, so der Mann mit der Stoppuhr, sei er schon in Amerika gewesen - und dort dauere eine Stunde 60 Minuten. 45-Minuten-Stunden gibt es nur in Österreich. Etwa in Fahrschulen. Und von diesen 45-Minuten-Stunden, sagte der Mann mit der Stoppuhr, habe er auch regelmäßig zehn Minuten in der Autowaschstraße verbracht.

Andererseits: Kiefer Sutherland sehe ohnehin so aus wie sein Fahrlehrer. Ähnlich charismatisch. Und eine Stunde - eine Fahrstundenstunde - mit Jack Bauer sei auch etwa so spannend, wie eine Fahrstunde, sagte der Mann mit der Stoppuhr. Inklusive Autowäsche.

Trotzdem, sagte der Mann mit der Stoppuhr, fände er es keck, ihm eine Dreiviertelstunde angebliches Echtzeitfernsehen mit dem langweiligsten Agenten der Welt als Stunde zu verkaufen. Egal, ob 24 in den USA nun in Abstimmung mit den dortigen Werbeblöcken gedreht worden ist oder nicht: Eine Stunde, so der Stoppuhrmann, dauere eben 60 Minuten. Und auch im Echtzeitdingsbums müsse doch während der von US-Werbung verschluckten Viertelstunde etwas passieren. Aber, sagte der Mann mit der Stoppuhr, er habe da einen Verdacht: Vermutlich passieren in der unsichtbaren Viertelstunde die spannenden Dinge. Warum er sich deshalb aber die faden ausgestrahlten 45 Minuten anschauen solle, sagte der Mann mit der Stoppuhr, sei ihm nicht ganz klar. (rott/DER STANDARD, Printausgabe vom 15.9.2003)

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    foto: orf
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