Gestürzter Präsident von Guinea-Bissau verzichtet auf sein Amt

19. September 2003, 18:25
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Kumba Yala steht seit dem Staatsstreich unter Hausarrest

Bissau/Lissabon - Drei Tage nach dem unblutigen Militärputsch in Guinea-Bissau hat der gestürzte Präsident des westafrikanischen Kleinstaats, Kumba Yala, auf sein Amt verzichtet. Nach portugiesischen Medienberichten vom Mittwoch unterzeichnete er bei einem Treffen mit einer Delegation der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) in der Hauptstadt Bissau eine Verzichtserklärung. Der neue Machthaber General Verissimo Correia Seabra, der die portugiesische Ex-Kolonie an der Spitze einer Militärjunta regiert, bezeichnete den Umsturz als "unumkehrbar".

Yala werde so lange unter Hausarrest bleiben, bis eine Übergangsregierung eingesetzt worden sei. Die Putschisten hatten zuvor versichert, dass sie nicht an der Macht bleiben, sondern Neuwahlen abhalten lassen wollten. Der Umsturz war von einem großen Teil der 1,3 Millionen Einwohner des Landes begrüßt worden. Auch die meisten politischen Parteien billigten den Putsch. Yala hatte im November 2002 das Parlament aufgelöst, die anstehenden Neuwahlen aber immer wieder verschoben. In dem am Rande des Ruins stehenden Land müssen fast 90 Prozent der Bevölkerung mit einem Euro pro Tag auskommen. (APA/dpa)

Guinea-Bissau liegt südlich von Senegal in Westafrika. 1974 wurde das kleine Land von Portugal formal unabhängig. Zwischen 1998 und 1999 war Guinea-Bissau nach einem Militäraufstand von einem Bürgerkrieg erschüttert worden. Mindestens 100 Menschen starben dabei. Der damalige Präsident Joao Bernardo Vieira wurde gestürzt und ging nach Portugal ins Exil. Yala war 2000 zum Präsidenten gewählt worden. Seitdem hatte das Militär ohne Erfolg zwei Putschversuche unternommen.
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    Soldaten der Putschisten.

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