EU erhöht Druck auf Liechtenstein wegen Zinsertragssteuer

17. September 2003, 17:20
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Will als einziges Land Schweizer Modell nicht übernehmen

Stresa - Das Fürstentum Liechtenstein sei als einziges Land in Europa bisher nicht bereit, der EU beim Informationstausch über Zinserträge entgegenzukommen, kritisierte EU-Kommissär Frits Bolkestein am Samstag Abend vor Journalisten in Stresa. San Marino, Andorra und Monaco seien auf dem Weg zu einem Abkommen, das dem mit der Schweiz ausgehandelten entspreche.

Mit der Schweiz hat die EU im Fühjahr ein Abkommen für die Weitergabe von Informationen über Sparer geschlossen. Sollten die Verhandlungen mit Liechtenstein über ein gleichartiges Abkommen weiter ohne Ergebnis bleiben, dann müsse die EU "weitere Formen des Drucks erwägen", sagte Bolkestein. Es sei aber zu früh zu sagen, welche Form des Drucks in Frage komme.

KeST

Die EU-Staaten haben sich geeinigt, gegenseitig Informationen über die Zinserträge von Sparern auszutauschen. Nur Österreich, Luxemburg und Belgien sind davon ausgenommen, bis gleichwertige Bestimmungen mit den anderen europäischen Staaten vereinbart sind und dürfen statt dessen eine Kapitalertragssteuer einheben. Bis 2011 kann Österreich so die derzeitige KeST von 25 Prozent behalten.

Wenn bis dahin die Schweiz und die kleinen europäischen Staaten nicht ein dem Informationsaustausch gleichwertiges System einführen, dann müsste Österreich ab 2011 die Kest auf 35 Prozent erhöhen, oder den Informationsaustausch einführen. Sobald die Eidgenossen und die anderen Staaten hingegen ein gleichwertiges System einführen, muss auch Österreich beginnen, Informationen über Zinserträge an die Heimatfinanzämter ausländischer Sparer weiter zu geben. (APA)

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