Saudiarabien: Ausweisung Arafats wäre Sargnagel für Frieden

15. September 2003, 07:50
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Destabilisierung der Region befürchtet

Riad - Saudiarabien hat Israel am Samstag vor einer Ausweisung von Palästinenser-Präsident Yasser Arafat gewarnt. Eine Abschiebung Arafats käme dem letzten Sargnagel für den Friedensprozess im Nahen Osten gleich und würde die Region destabilisieren, sagte Außenminister Prinz Saud Al Feisal am Samstag auf einer aus Dschidda vom Fernsehen übertragenen Pressekonferenz.

Der saudiarabische Außenminister warf Israel vor, den "Road Map" genannten Friedensplan den Todesstoß versetzen zu wollen. Er habe gegenüber der US-Regierung deutlich gemacht, dass eine Abschiebung Arafats eine gefährliche Maßnahme wäre, die "zu einer explosiven Lage in der Region führen würde". Feisal, der das Königreich faktisch regiert, sagte weiter, Arafats Abschiebung würde "der letzte Sargnagel für den Friedensprozess sein und zweifellos die Region destabilisieren".

Israel wirft Arafat vor, die Gewalt anzuheizen. Obwohl die USA diese Einschätzung teilen, wollen sie nicht, dass Israel den 74-jährigen Arafat ausweist. Die USA befürchten, dass dies den Friedensplan ("Road Map"), den sie gemeinsam mit der EU, der UNO und Russland ausgearbeitet haben, endgültig zum Scheitern bringen würde. (APA/Reuters)

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