US-Armee "bedauert" tödliche Schüsse in Falluja

14. September 2003, 15:52
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Keine Erwähnung der zehn getöteten irakischen Polizisten

Bagdad/Falluja - Nach tödlichen Schüssen auf irakische Polizisten in Falluja haben sich die US-Streitkräfte bei den Angehörigen der Opfer entschuldigt. Bei einer Militäraktion gegen feindliche Kräfte seien US-Soldaten "in einen unglücklichen Zwischenfall" verwickelt gewesen. In der am Samstag in Bagdad veröffentlichten Erklärung ging die US-Armee nur auf den ebenfalls getöteten Jordanier ein, dessen Tod sie "zutiefst" bedaure. Ermittlungen seien eingeleitet worden.

Dem Polizeichef von Falluja zufolge wurden bei dem Zwischenfall zehn irakische Polizisten getötet. Ein Wachmann vor einem jordanischen Krankenhaus wurde ebenfalls erschossen und neun weitere Personen verletzt, wie ein Arzt mitteilte. Die Schüsse fielen, als die irakischen Polizisten mutmaßliche Straßenräuber in Falluja verfolgten. Offenbar hätten die amerikanischen Soldaten ein unmarkiertes Polizeifahrzeug mit einem Maschinengewehr auf dem Dach als Gefahr betrachtet, sagte ein Polizist. Die Leichen sollten im Laufe des Tages in Falluja beigesetzt werden. Die 60 Kilometer westlich von Bagdad gelegene Sunniten-Hochburg ist fast täglich Schauplatz von Angriffen auf die US-Armee.

Anti-US-Proteste in Falluja

Begleitet von anti-amerikanischen Protesten und Maschinengewehrsalven haben die Einwohner der westirakischen Stadt Falluja am Samstag den Leichnam des ersten der am Freitag getöteten irakischen Polizisten durch die Straßen getragen. Vor der örtlichen Polizeibehörde standen die Namen der "Märtyrer, die durch die Hand der Amerikaner starben" angeschlagen. Die Opfer des Angriffs von US-Soldaten auf irakische Polizisten sollten am Samstagabend beigesetzt werden. Die Stammesführer, Religionsgelehrten und die Stadtverwaltung von Falluja riefen für Sonntag zu einem "allgemeinen Protest" auf.

Polizeioffizier Raed Adnan al Jumaili erklärte, die vor den Stadttoren von Falluja stationierten US-Soldaten hätten aber zugegeben, dass sie die Polizisten für Angreifer gehalten und deshalb versehentlich getötet hätten. Sie hätten sich auch entschuldigt. Die Amerikaner fühlten sich in der Umgebung von Falluja bedroht, aus Angst hätten sie deshalb bereits mehrfach "willkürlich um sich geschossen", sagte Al Jumaili. (APA/AP)

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