US-Militäraktion in Afghanistan für beendet erklärt

15. September 2003, 09:47
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"Operation Warrior Sweep" sei Erfolg gewesen - Karzai ordnet Untersuchungen zu Vorwurf der Landnahme an

Kabul - Die USA haben am Samstag eine Militäraktion gegen Taliban- und El-Kaida-Mitglieder im Südosten Afghanistans für erfolgreich beendet erklärt. Im Verlauf der am 20. Juli begonnenen "Operation Warrior Sweep" seien mehrere Tonnen Sprengstoff und geheime Höhlen entdeckt worden, erklärte US-Militärsprecher Oberst Rodney Davis in Bagram. Die Aktion habe sich auf ein Gebiet zwischen den Städten Khost und Gardes im Südosten Afghanistans, die Shai-Kowt-Berge und das Gayan-Tal erstreckt.

Daran seien Soldaten der USA, Italiens und Rumäniens sowie afghanische Militärangehörige beteiligt gewesen. Experten hätten mehr als 30.000 Kilogramm Sprengstoff zerstört. Noch verwendbare Munition sei der afghanischen Armee übergeben worden. An der Straße von Chost nach Gardes sei ein mit sechs Tunneln verbundener Höhlenkomplex entdeckt worden. Auch dort seien rund 18.000 Kilogramm Kampfmittel zerstört worden.

Karzai ordnet Untersuchungen zu Vorwurf der Landnahme an

Der afghanische Präsident Hamid Karzai ordnete unterdessen Untersuchungen zu Vorwürfen der UN an, wonach Kabinettsmitglieder und andere Regierungsbeamte armen Menschen Land weggenommen haben sollen, um sich darauf Häuser zu bauen. Karsais Sprecher Jawid Luddin sagte, zwar scheine die Aktion legal vonstatten gegangen zu sein, doch habe Karzai sein Kabinett zu Zurückhaltung aufgefordert, um die soziale Gerechtigkeit zu wahren. Die Ministerien für Inneres und Stadtplanung sollten in einer Woche über das Ergebnis der Ermittlungen Bericht erstatten.

In der vergangenen Woche hatten hunderte Polizisten unter Führung des Polizeichefs von Kabul mit Bulldozern und Lastwagen die Häuser von mehr als 250 Armen im gehobenen Wohnviertel Wasir Akbar Khan zerstört. Die Habseligkeiten der Menschen befanden sich noch in den Häusern. Ein UNO-Sprecher sagte am Donnerstag, zwar scheine das Land dem Verteidigungsministerium zu gehören, doch hätten viele der betroffenen Familien dort zum Teil seit 30 Jahren gewohnt. Die unabhängige Menschenrechtskommission in Afghanistan nannte am Samstag mehr als 30 Beamte, die an der Landbesetzung beteiligt gewesen sein sollen, darunter die Minister für Verteidigung, Bildung, Energieversorgung und städtische Angelegenheiten. (APA/AP)

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