"Wachhunde" in der Mozartstadt

15. September 2003, 21:18
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IPI: Journalisten diskutieren Pressefreiheit, 250 Chefredakteure, Journalisten und Verleger aus 50 Ländern haben ihr Kommen angesagt

Manchmal bekommt der Chef des International Press Institute (IPI), Johann P. Fritz, "den Frust": "Heuer haben wir insgesamt eine negative Bilanz. Länder, in denen insgesamt 100 Millionen Menschen leben, sind von einem höherwertigen Status zurück in stärkere Repressalien gefallen. Und dass uns gerade die hoch entwickelten Industriestaaten mit Antiterrormaßnahmen Probleme machen, hatten wir nicht erwartet."

Diese und andere Themen werden im Rahmen des IPI-Weltkongresses von Samstag bis Mittwoch in Salzburg behandelt. Rund 250 Chefredakteure, führende Journalisten und Verleger aus 50 Ländern haben ihr Kommen angesagt.

Einleitende Worte von Sir Peter Ustinov

Mit dabei etwa Franziska Augstein von der "Süddeutschen Zeitung", Simon K.C. Livon der "Los Angeles Times", Mark Damazer vom britischen Fernsehen BBC News, Reese Schonfeld von CNN sowie STANDARD-Chefredakteur Gerfried Sperl und STANDARD-Außenpolitikressortchefin Gudrun Harrer. Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und Außenministerin Benita Ferrero-Waldner halten Statements, Sir Peter Ustinov spricht einleitende Worte.

Das IPI ist ein globales Netzwerk von Tageszeitungen, Magazinen, Radio- und TV-Stationen sowie Nachrichtenagenturen. Die seit über zehn Jahren in Wien ansässige und 115 Mitglieder zählende Organisation versteht sich als "Wachhund" für die Pressefreiheit.

Zu den Aktivitäten des Instituts zählen die Dokumentation von Verletzungen der Pressefreiheit ebenso wie offizielle Proteste und vertrauliche Interventionen und die Organisation von Kampagnen.

Weit über 450 Mal musste das IPI allein in den vergangenen zehn Jahren öffentlich gegen grobe Einschränkungen der Pressefreiheit protestieren. Auch die Liste jener Medienmitarbeiter, die seit 1992 in Ausübung ihrer Arbeit getötet wurden, spricht eine deutliche Sprache. Mehr als 600 Todesopfer verzeichnet das IPI in seiner "Death Watch". (prie, APA/DER STANDARD, Printausgabe, 13./14.9.2003)

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    foto: epa/yeh
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