WTO verbietet NGOs Zugang zu Pressekonferenzen

15. September 2003, 17:20
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US-Diplomat von Greenpeace mit Gen-Mais beworfen - US-Journalisten beschimpfen Aktivisten als "Faschisten"

Cancun - Nach einem Eklat ist Nichtregierungsorganisationen (NGOs) bei der WTO-Ministerkonferenz in Cancun am Donnerstag der Zugang zu Pressekonferenzen verboten worden. Umweltschützer von Greenpeace hatten zuvor bei einem US-Briefing im Tagungsgebäude angeblichen Gen-Mais in Richtung des stellvertretenden US-Handelsbeauftragten Peter Allgeier geworfen. "Nach einem Zwischenfall von heute dürfen NGOs nicht mehr an Pressekonferenzen teilnehmen", erklärte daraufhin die WTO. In Cancun sind rund 2.000 Vertreter von 980 Nichtregierungsorganisationen akkreditiert. Jeweils einer ihrer Vertreter hat auch Zugang zum Tagungsgebäude der Ministerkonferenz.

Der Leiter der mexikanischen Sektion von Greenpeace, Alejandro Calvillo, hatte bei dem Vorfall gefordert, die Einfuhr der von gentechnisch verändertem Mais der Firma Monsanto nach Mexiko zu unterbinden. Er verwies darauf, dass am Donnerstag das Protokoll von Cartagena zur biotechnischen Sicherheit in Kraft getreten war. Demnach darf jedes Land die Einfuhr von Gen-Nahrungsmitteln verweigern. Die USA haben das Protokoll allerdings nicht unterzeichnet.

Zu handfesten Auseinandersetzungen kam es während des Zwischenfalls nicht. Calvillo verließ nach kurzer Zeit von selbst den Saal. Kurz darauf standen aber mehrere Frauen auf und hielten Schilder in Englisch und Spanisch mit dem Text "WTO tötet Bauern" hoch. Allgeier blieb während beider Vorfälle ruhig. Bei anwesenden US-Journalisten sorgte die Aktion für Empörung. Einige beschimpften die Aktivisten als "Faschisten". (APA)

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