Entscheidung über deutsche Buchverlags-Hochzeit vertagt

19. September 2003, 16:43
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Deutsches Kartellamt will Ende Oktober über teilweise Übernahme der Buchsparte des Axel Springer Verlags durch Random House entscheiden

Die Entscheidung des Bundeskartellamtes über eine teilweise Übernahme der Buchsparte des Axel Springer Verlags durch die Bertelsmann-Tochter Random House ist um einen Monat vertagt. Kartellamtssprecherin Anja Scheidgen sagte am Freitag in Bonn, die ursprünglich am 30. September endende Entscheidungsfrist sei auf 31. Oktober verlängert worden. So habe das Amt mehr Zeit, die Angebote zu prüfen.

Marktriese

Eine Prognose auf den Ausgang des Verfahrens lasse sich aus der Fristverlängerung nicht entnehmen, betonte Scheidgen. Bertelsmann wollte die Verlagsgruppe Ullstein Heyne List von Springer komplett übernehmen. Das hatte das Kartellamt bereits im Mai als nicht genehmigungsfähig eingestuft. Nach seiner Einschätzung entstünde ein Verlagsriese, der mit einem Marktanteil von 40 Prozent den deutschen Taschenbuchmarkt bei weitem anführen würde. Inzwischen hat Random House den Verzicht auf die Elefantenhochzeit erklärt und will nur noch den Heyne-Verlag von Springer übernehmen. Damit sänke nach Angaben von Random House der Marktanteil auf 28 Prozent.

Zu Random House gehören bereits die Verlage Goldmann, C. Bertelsmann, Luchterhand und Blanvalet, aus der Springer-Gruppe sollten nach dem ursprünglichen Plan Econ, Ullstein, Heyne, List, Südwest und Propyläen mit Erfolgsautoren wie Dieter Bohlen, Tom Clancy, John Grisham oder Stephen King hinzukommen. (APA/AP)

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