Weit verbreiteter Herzfehler löst Migräne aus

17. September 2003, 12:52
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Öffnung im Herzvorhof als Ursache

London - Migräne geht in vielen Fällen auf einen weit verbreiteten Herzfehler zurück. Die Behandlung dieses so genannten Foramen ovale, einer Öffnung im Herzvorhof, verringert nach einer Schweizer Studie die Kopfschmerzen beträchtlich. Durch die Öffnung wird beim ungeborenen Kind das Blut an der noch nicht entwickelten Lunge vorbei zum Herzen geleitet. Das Loch schließt sich normalerweise nach der Geburt, bei jedem fünften Menschen bleibt jedoch eine Öffnung erhalten, die vermutlich das Risiko für Schlaganfall und Migräne erhöht.

Berner Mediziner untersuchten 215 junge Schlaganfall-Patienten, bei denen das Foramen ovale geschlossen wurde. Fast jeder Vierte von ihnen litt nach einem Bericht des Fachmagazins New Scientist" im Jahr vor dem Schlaganfall an Migräne-Schüben. Bei 80 Prozent der Patienten ließen die Schmerzen deutlich nach, nachdem die Öffnung geschlossen worden war, unabhängig von der Art der Migräne. Die Forscher vermuten, dass durch die Herzöffnung kleine Blutgerinnsel, die andernfalls in der Lunge abgefangen würden, ins Gehirn gelangen und Migräneanfälle verursachen. (APA/AP)

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