BIG begibt 750-Millionen-Anleihe

22. September 2003, 10:35
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Kapital für die Rückzahlung der erworbenen Bundesliegenschaften - 3.500 Wohnungen sollen noch heuer verkauft werden

Wien - Die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) hat sich am internationalen Bondmarkt das Kapital für die Rückzahlung der vom Staat erworbenen Bundesimmobilien geholt. Das Unternehmen hat diese Woche erfolgreich eine Anleihe von 750 Mio. Euro begeben, berichtete BIG-Chef Hartwig Chromy am Donnerstagabend bei einer Pressekonferenz in Wien. Die Anleihe, die auch an der Wiener Börse gehandelt werden wird, läuft 10 Jahre und ist mit einem Kupon von 4,375 Prozent ausgestattet, die Effektivverzinsung beträgt 4,53 Prozent.

BIG braucht schnell 342 Millionen

342 Mio. Euro sind notwendig, um Ende September die vierte Tranche für die von der Republik gekauften Bundesliegenschaften bezahlen zu können. Weitere 100 Mio. Euro braucht die BIG, um eine vor sieben Jahren aufgenommene Franken-Anleihe zurückzuzahlen. "Gut 200 Mio. Euro werden vom Geldmarkt in den Kapitalmarkt geswappt. Wir nützen damit die Zinssituation aus und sichern uns langfristig einen günstigen Zinssatz", erläuterte Chromy. Insgesamt muss die BIG für die Übernahme von mehr als 7 Mio. Quadratmeter Bundesimmobilien 2,4 Mrd. Euro an das Finanzministerium zahlen.

Rund 20 Prozent der nun emittierten Anleihensumme wurde von Investoren in Frankreich, 14 Prozent von Österreichern und 12 Prozent von Schweizer Investoren gekauft, sagte Chromy. Obwohl man in einer sehr belebten Phase des Marktes angeboten habe, sei die vergleichsweise noch relativ "kleine" BIG-Anleihe binnen drei Tagen verkauft gewesen - zu für die BIG günstigeren Bedingungen als bei der letzten Emission im vergangenen Jahr, sagte Chromy. Als Leadmanager fungierten diesmal Citigroup und Deutsche Bank.

3.500 Wohnungen noch heuer verkaufen

Die verbliebenen rund 3.500 (verkaufbaren) Wohnungen an will man noch heuer an institutionelle Investoren zu bringen. Ende September, Anfang Oktober sollen die über alle Bundesländer verstreuten Wohnungen auf Basis eines Mindestkaufpreises offiziell ausgeschrieben werden. Die Interessenten können für das Gesamtpaket sowie für einzelne Bundesländerpakete bieten. "Unter die Ebene der Bundesländer gehen wir nicht. Rosinen-Picken wird es also keines geben", sagte BIG-Geschäftsführer Herbert Logar Donnerstagabend.

Das Interesse auf dem Markt sei bisher "recht hoch", an die 30 potenzielle Käufer - Institutionelle, aber auch private Investoren - hätten bereits angeklopft. Der Verkauf soll auf jeden Fall noch heuer abgewickelt werden. Anders als etwa im Fall der ehemals gemeinnützigen Bundeswohnungen (Buwog, WAG) seien die Wohnungen nach dem Mietrechtsgesetz (MRG) und nicht nach dem Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetz vermietet, "was für den Investor attraktiv ist, weil er sich mit den rechtlichen Rahmenbedingungen nicht speziell auseinander setzen muss", meint Logar.

Die BIG erwartet sich mehr als 100 Mio. Euro aus dem Verkauf, bessere Einschätzungen seien erst nach der Erstellung des Verkehrswertgutachtens möglich, sagte Logar. Mit dem Verkaufserlös soll der Großteil der für heuer zu erwartenden Sonderdividende von rund 180 Mio. Euro gezahlt werden. (APA)

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