Von Neurodermitis zu Asthma

12. September 2003, 12:52
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40 Prozent aller betroffenen Kleinkinder entwickeln später die Lungenerkrankung - Mehr als 50 Prozent der Fälle werden chronisch

Wien - Untersuchungen haben ergeben, dass etwa 40 Prozent aller Kinder mit Neurodermitis später an Asthma erkranken. Pädiater suchen daher nach Möglichkeiten, die Entwicklung von der Hauterkrankung des Säuglings zum Asthma bronchiale des Schulkindes zu stoppen. Eine neue weltweite Studie untersucht den Einfluss eines Medikaments zur Asthma-Vorbeugung. Teilnehmende Kinderärzte in Österreich suchen Kinder, die in diese Studie eingebunden werden können.

Asthma bronchiale ist die häufigste chronische Erkrankung im Kindesalter geworden, die sich bereits in den ersten Lebensjahren entwickeln kann. Schätzungen zufolge leiden je nach Land zwischen sieben und 25 Prozent aller Kinder daran. Charakteristische Symptome sind Husten und ein Pfeifen durch erschwerte Atmung. Das Kind leidet unter Luftnot und atmet schwerer sowie schneller als üblich. 20 bis 40 Prozent der Betroffenen werden wieder beschwerdefrei. Warum, ist noch nicht geklärt. Bis zu 60 Prozent der Kinder behalten jedoch ihr Asthma.

Usachen sind Allergien

Was aber sind die Ursachen? Die häufigste sind Allergien. Und neben Infektionen der Atemwege - etwa eine Lungenentzündung innerhalb der ersten zwei Lebensjahre - kommt auch den Genen, damit der erblichen Veranlagung, eine wichtige Rolle zu. Das Risiko bei Kleinkindern, Asthma zu entwickeln, wird durch das Vorhandensein von Allergien und Asthma bei Familienmitgliedern stark mitbestimmt.

Medizinischen Statistiken zufolge ist auch Neurodermitis weltweit auf dem Vormarsch. Im Alter zwischen einem Monat und vier Jahren liegt die Häufigkeit der Erkrankung je nach Land zwischen zehn und 20 Prozent. Das größte Problem: 40 Prozent aller Kinder, die im Säuglingsalter an Neurodermitis leiden, entwickeln später ein Asthma. Auch dafür hat die Wissenschaft noch keine Erklärung gefunden.

Vor allem Kinder betroffen

Was man jedoch weiß: Laut Ergebnissen klinischer Untersuchungen sind von diesem Übergang der Neurodermitis zu Asthma vor allem Kinder betroffen, die allergisch gegenüber Gräserpollen und Hausstaubmilben sind. Für diese Neurodermitis-Patienten wurde kürzlich in einer Studie nachgewiesen, dass eine Arznei (Antihistaminikum) gegen verschiedene Allergien die Häufigkeit einer späteren Asthmaerkrankung um 40 Prozent reduziert. In einer nun angelaufenen Folgestudie wollen Ärzte ein verbessertes Antihistaminikum an Kindern mit Neurodermitis im Alter zwischen zwölf und 24 Monaten testen. Die beteiligten Studienzentren in Österreich sind die Grazer Uniklinik, das Wilhelminenspital und das Allergieambulatorium in Wien. (fei/DER STANDARD, Printausgabe, 12.9.2003)

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