Auch Paris für Aufhebung der UN-Sanktionen gegen Libyen

12. September 2003, 17:27
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Einigung über Entschädigung für UTA-Flug von 1989

Paris - Nach den USA und Großbritannien ist auch Frankreich zu einer Aufhebung der UN-Sanktionen gegen Libyen bereit. Der französische Außenminister Dominique de Villepin sagte am Donnerstag in Paris, mit der libyschen Gaddafi-Stiftung sei eine Vereinbarung über die Entschädigung für die Hinterbliebenen des Absturzes einer französischen UTA-Maschine vor 14 Jahren erzielt worden. Damit sei Frankreich bereit, einer Aufhebung der Sanktionen durch den UN-Sicherheitsrat zuzustimmen. Auf französischen Druck war die Abstimmung im UN-Sicherheitsrat am Dienstag verschoben worden.

Nun könne "ein neues Kapitel in den Beziehungen" zwischen Frankreich und Libyen aufgeschlagen werden, sagte de Villepin. Die Vereinbarung wurde zwischen Anwälten der Hinterbliebenen und der Gaddafi-Stiftung geschlossen, die von einem Sohn des libyschen Staatschef Muammar Gaddafi geleitet wird. Zunächst wurde nicht bekannt, welche finanziellen Regelungen die Vereinbarung vorsieht.

Großbritannien und die USA hatten sich für eine Aufhebung der UN-Sanktionen von 1992 und 1994 ausgesprochen, nachdem Libyen im August die Verantwortung für den Anschlag auf eine PanAm-Maschine über dem schottischen Lockerbie übernommen hatte. Für die Hinterbliebenen des Lockerbie-Anschlags waren Entschädigungen in Höhe von 2,7 Milliarden Dollar (2,41 Mrd. Euro) vereinbart worden. Die Hinterbliebenen des Absturzes der französischen Passagiermaschine bemühten sich daraufhin um eine Heraufsetzung der ihnen zugesagten Entschädigungen. (APA)

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