Deutschland: "Ausgestorbenes" Insekt entdeckt

19. September 2003, 18:52
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Der Mückenhaft kommt sonst nur in südlicheren Gefilden vor - im Norden galt er seit über 130 Jahren als ausgestorben

Göttingen - Ein Zoologe der Universität Göttingen hat im Harzvorland ein seit über 130 Jahren in Deutschland als ausgestorben geglaubtes Insekt entdeckt, für das es in diesen Gefilden normalerweise zu kalt ist. Dabei handelt es sich um den räuberisch lebenden Mückenhaft, einen Vertreter der Schnabelfliegen. Die wiederentdeckte Art wurde in Deutschland erst ein einziges Mal - um 1870 - ebenfalls im Harzvorland gefunden, teilte die Uni heute, Donnerstag, mit.

Sensationeller Fund

Für diese wärmeliebenden Tiere galt die Region bisher als viel zu weit nördlich gelegen. "Fachkollegen stufen den Neufund bereits als sensationell ein", sagte der Zoologe Rainer Willmann, der die Abteilung für zoologische Systematik und Evolutionsforschung am Institut für Zoologie und Antrophologie leitet. Das wiederentdeckte Tiere ist nach Aussage Willmanns in seinem Bestand aber hochgradig gefährdet, weil der Lebensraum durch Trockenlegung und intensive Nutzung stark beeinträchtigt sei.

Vom Mückenhaft gibt es in Europa zwei Arten. Das Insekt erreicht eine Flügelspannweite von vier Zentimetern und gilt generell als sehr selten. Das Tier stöbert seine Beute, hauptsächlich andere Insekten, in einem Suchflug durch die niedere Vegetation auf und packt sie mit Hilfe kleiner Fangklauen. Dabei lassen sich die Klauen wie ein Klappmesser blitzschnell einschlagen. (pte)

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