Umbrüche bei den Nibelungen-Festspielen

15. September 2003, 18:12
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Dieter Wedel wird Intendant, Mario Adorf steigt aus

Worms - Die Nibelungen-Festspiele in Worms erhalten mit Regisseur Dieter Wedel einen neuen Intendanten. Wedel, der seit Beginn der 2002 gestarteten Open-Air-Festspiele Regie führt, soll am 26. September vom Wormser Oberbürgermeister Michael Kissel und Kulturdezernent Gunter Heiland als Nachfolger von Klaus Naseband vorgestellt werden. Schauspieler Mario Adorf (73), einer der drei Initiatoren der Wormser Festspiele und der "Hagen" des Premierensommers, reagierte verstimmt auf die Intendantenwahl. "Dann trete ich nicht mehr bei den Nibelungen auf", sagte der Schauspieler der Münchner "Abendzeitung".

Er gehe davon aus, dass er für fünf Jahre Intendant werde, sagte Wedel am Donnerstag. Die Verträge sollen in den kommenden Tagen unterzeichnet werden, "aber es ist alles soweit geklärt." Dramaturg Naseband hatte zu Beginn die Intendanz übernommen, erhielt nach dem Premierenjahr aber keinen neuen Vertrag. In diesem Jahr lief die Wiederaufnahme des Nibelungen-Stückes vor dem Dom ohne Intendanten.

Übergangene Initiatoren

Dass die Stadt Adorf und die beiden anderen Initiatoren - Bettina Musall und ihren Ehemann, den Chefredakteur der "Süddeutschen Zeitung", Hans Werner Kilz - bei der Besetzung der Intendanz überging, hatte bereits in den vergangenen Wochen für erhebliche Verstimmungen in Worms gesorgt. Adorf hatte in Worms mit dem "Gläsernen Drachen" eigens einen Schauspiel-Preis ins Leben gerufen.

"Es ist ja nicht Wedels Schuld, dass er gefragt wurde", sagte Adorf, der den TV-Regisseur erst nach Worms geholt hatte, der Zeitung. "Aber dass er in dieser Posse die Hauptrolle spielt und jetzt den merkwürdigen Ehrgeiz hat, Intendant zu werden, das finde ich sehr bedauerlich." Wedel betonte dagegen am Donnerstag, er sehe sein Verhältnis zu Adorf nicht getrübt. Den 73-Jährigen, der in Wedel-Filmen wie "Der große Bellheim" und anderen Fernseh-Mehrteilern große Rollen spielte, habe er auch für seinen nächsten Film vorgesehen. (APA/dpa)

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