30 Jahre nach Allendes Tod

15. September 2003, 09:41
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Das Land ist noch immer gespalten: Staatschef Lagos verzichtet wegen Boykottdrohung des Koalitionspartners auf Ehrung

Santiago - 30 Jahre nach dem Tod des sozialistischen Präsidenten Salvador Allende gedenkt Chile am Donnerstag des Militärputschs vom 11. September 1973. Auch drei Jahrzehnte nach der blutigen Machtergreifung von General Augusto Pinochet spaltet die Erinnerung das südamerikanische Land.

Bei der Gedenkfeier in seinem Amtssitz in Santiago verzichtet der sozialistische Staatschef Ricardo Lagos auf eine Ehrung Allendes, weil der christdemokratische Koalitionspartner mit einem Boykott gedroht hatte.

Stattdessen sollte Allende bereits am Vorabend mit einer Feier in seinem Amtszimmer geehrt werden, wo er sich beim Vormarsch der Militärs erschoss. Der 87-jährige Pinochet, der bei der Rechten noch immer verehrt wird, plante keinen öffentlichen Auftritt. Von seiner Junta waren bis 1990 mehr als 3000 Menschen verschleppt, gefoltert und ermordet worden. (APA)

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    Staatschef Ricardo Lagos mit der Witwe von Salvador Allende, Hortensia Bussi, vor einem Gemälde des vor 30 Jahren verstorbenen Präsidenten am Vorabend des Jahrestags.

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