Lehrgang für Finanzprofis

21. März 2007, 16:36
posten

Die Uni Klagenfurt sah Bedarf an akademisch geprüften Finanz- dienstleistern und etablierte den Universitätslehrgang (ULG) Finanzdienstleistung - Der Professor hegt den Wunsch, das maskuline Übergewicht abzubauen

Nunmehr können sich Interessenten aus dem Süden Österreichs den Weg an die Donau-Universität Krems sparen, wo der Universitätslehrgang Finanzdienstleistung lange Zeit exklusiv angeboten wurde.

Die in den letzten Jahren deutlich gestiegenen Anforderungen an Berater der Finanzdienstleistungsbranche sowie der Bedarf einschlägiger Unternehmen - insbesondere der Versicherungen - an gut ausgebildeten Leuten waren die zwei wichtigsten Gründe für die Etablierung des Lehrgangs. Nach dem zweisemestrigen Pilotlehrgang an der Uni Klagenfurt mit 44 Absolventen (16 von der Generali Versicherung) startet man wieder am 19. September, diesmal über drei Semester.

Mehr Rücksicht auf Berufstätige

Damit nimmt man noch mehr Rücksicht auf die Bedürfnisse der berufstätigen Lehrgangsteilnehmer und bietet die Veranstaltungsblöcke überwiegend am Freitag und Samstag und nicht mehr am Donnerstag an.

Zielgruppen sind Personen der Finanzdienstleistungsbranche, Bank- und Versicherungskaufleute sowie Studierende und Absolventen einschlägiger Studienrichtungen. Wer erfolgreich abschließt, darf seine Visitenkarte mit dem wohlklingenden Zusatz "akademische Finanzdienstleisterin" bzw. "akademischer Finanzdienstleister" schmücken. Lehrgangsleiter Professor Wolfgang Navornik, Inhaber des 1997 gegründeten Lehrstuhls für betriebliche Finanzierung, Geld- und Kreditwesen, ist sowohl um eine hohe Qualität der Lehre als auch um Praxisorientierung bemüht.

Hohe Praxisrelevanz

Daher werden ausschließlich Unilehrer mit Berufserfahrung und Fachleute aus der Wirtschaft engagiert. So zum Beispiel referiert ein Infineon-Techniker über Informationstechnologie und Sicherheit, ein Spartenleiter der Wirtschaftskammer über Bausparkassen, ein Wirtschaftstreuhänder über die steuerliche Behandlung von Finanztiteln und ein Wirtschaftsredakteur des STANDARD über Präsentationstechniken.

Von den insgesamt zwölf Modulen werden sechs schon im ersten Semester behandelt, darunter Betriebswirtschaftslehre, Grundlagen der Bank-und Versicherungsbetriebe, Finanz- und Rechnungswesen, Recht und Steuern, Finanz- und Versicherungsmathematik (etwa Renten-und Renditeberechnungen) sowie Finanzierungsformen. Schwerpunkte des zweiten Semesters sind Finanztitel, Finanzmärkte und Finanzinstitutionen.

Im dritten Semester geht es um Informationstechnologie (E-Commerce in der Finanzdienstleistung, Sicherheit), Rhetorik und Präsentationstechniken sowie die schriftliche Projektarbeit, die sich mit einer berufsrelevanten Thematik der Lehrgangsteilnehmer beschäftigt. Den Abschluss bildet dann eine kommissionelle Prüfung.

Der erste Versuch, den Lehrgang an der Uni Klagenfurt zu etablieren, ist im Studienjahr 2002/03 mit 42 Teilnehmern und zwei Teilnehmerinnen gut gelungen.

Wunsch nach Frauen

Da sich auch für den Herbst ein maskulines Übergewicht abzeichnet, ist es erklärtes Ziel von Lehrgangsleiter Nadvornik, den Frauenanteil zu erhöhen und nach EU-Fördermöglichkeiten für das schönere Geschlecht Ausschau zu halten. Immerhin sind für den Lehrgang 5360 Euro hinzublättern (zweimal 2680 Euro). (Josef Schneeweiß, DER STANDARD Printausgabe, 6./7.9.2003)

Link

uni-klu.ac.at/fgk

E-Mail

fin@wiwi.uni-klu.ac.at

Telefon

(0463) 2700-4002

  • Der Professor des Unilehrgangs Finanzdienstleistung, Wolfgang Nadvornik, hat für den Herbst einen Wunsch offen: "Wir wollen im Lehrgang einen höheren Frauenanteil."
    foto: uni klagenfurt

    Der Professor des Unilehrgangs Finanzdienstleistung, Wolfgang Nadvornik, hat für den Herbst einen Wunsch offen: "Wir wollen im Lehrgang einen höheren Frauenanteil."

Share if you care.