Krampfadern ein Ende bereiten

17. September 2003, 12:08
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Neue Behandlungsmethode soll der "Volkskrankheit" beikommen

Wien - Besonders bei den Frauen, aber auch bei den Männer sind sie gefürchtet - die Krampfadern. Jede Vierte weist an ihren Beinen einen entsprechenden Schönheitsfehler auf. Eine neue Behandlungsmethode, die am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien präsentiert wurde, soll der "Volkskrankheit" beikommen - mit weniger Schmerzen und schnellerer Erholung.

Laut der Wiener Venenspezialistin Univ.-Prof. Dr. Sanja Schuller-Petrovic ist das "Closure"-Verfahren eine ambulante minimal invasive Behandlungsalternative in lokaler Anästhesie. Laut Studien sei es dem so genannten Venenstripping, der herkömmlichen chirurgischen Venenentfernung, überlegen. "Die Patienten leiden nach der Behandlung unter erheblich weniger postoperativen Schmerzen und Blutergüssen, erholen sich wesentlich schneller und haben allgemein weniger Folgeprobleme."

Bipolare Radiowellenenergie gelangt in Venenwand

Der Closure-Katheter bringt bipolare Radiowellenenergie direkt in die Venenwand ein. Beim Zurückziehen des Einmal-Katheters kommt es durch den dabei entstehenden Widerstand zur Erwärmung der Venenwand und zum Schrumpfen des Gefäßes. Die flexiblen Elektroden führen zum Kollaps des Gefäßes rund um den Katheter. Die Vene wird verschlossen und so der Rückfluss (Reflux) durch die durchlässigen Klappen gestoppt. Die Gesamtdauer der Behandlung liegt bei rund 45 Minuten, der Aufenthalt in der Behandlungseinrichtung bei insgesamt zwei bis drei Stunden. Eine Nachuntersuchung erfolgt zwei bis drei Tage nach dem Eingriff.

In Österreich wird die Behandlung seit 1999 - bisher vor allem im Rahmen einer Studie - durchgeführt. Derzeit bieten das VENEX Venenexpertenzentrum Wien, die Universitätsklinik für Dermatologie Graz und das AKH Wien dieses Verfahren an. Die Kosten für die Behandlung eines Beins betragen derzeit ab 2.000 Euro. (APA)

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